Dies ist keine Revolution

Blaue Linie Gesamtgebiet, hell grüne Linie Teil 1 und dunkelrot Teil 2
 
Streetart Graffiti aus Mailand, digitale Bearbeitung: Dune B.
Wir können auf nichts verzichten und haben immer noch nicht fertig gesprochen

Ein Bericht von der Stadtteilmühle Ottensen


Der Abrisslärm in der Gaußstraße ist der Begleiter vieler Anwohner dieses Sommers gewesen. Bald ist in der Gaußstraße nur ein Mauerstück übrig, das an die Gewürzmühle von Walter Schwere erinnert. Immer noch hat sich keiner auf die Aufrufe nach Geschichten aus den Betriebsjahren gemeldet und die Zeit vergeht.

Aus vielen Ecken ist zu hören, es ist zu spät um da was zu retten. Die Bäume stehen noch, und darum/dazwischen könnten noch schöne neue Gebäude ganz nach Wünschen der Menschen vor Ort entstehen.

Vor 30-40 Jahren haben Menschen in Ottensen darum gekämpft, öffentlichen Raum zu schaffen, um ihre Pläne und Visionen zu verwirklichen. Deswegen gibt es Einrichtungen wie die Motte, Werkstatt 3, Fabrik mit Hof, Stadtteilarchiv Ottensen und andre tolle Projekte.

Die Befestigung dieser Orte kostet immer noch viel Zeit und Mühe für die treibenden Kräfte. Geldsorgen kommen durch Sparmaßnamen nie vom Tisch, und neue Auflagen müssen entgegengekommen werden, egal wie unpassend sie sind. Durch Jahre der Nutzung und Belebung haben sich die Räume und Orte entwickelt und jeder für sich zu etwas Besonderem geworden.

Wir sind noch viele, die vor den Toren aller Angebote stehen. Warum die Politiker nicht immer auf direkte Fragen in einer repräsentativen Demokratie auch direkt antworten, können wir uns denken… Warum wohl beteiligen sich Bewohner_Innen kaum mehr, wenn schon einige Bürgerbeteiligungen stattgefunden haben, die leider außer Anregungen an die Politischen Fraktionen der Bezirksversammlung nicht viel bewegt haben?

Die niedrige Beteiligung fällt plötzlich den Politikern auf, und nach Jahren des Austricksens der „Meinungsbeteiligung“, in Form von „Überstimmung von Bürgerbegehren durch den Bezirk/Senat“, dem Ignorieren von Anregungen derer, die sich tatsächlich beteiligen wollen, Polizei gegen Demonstranten (Beispiel die Samstagstreffen an der „Bergspitze“) die eine andere Meinung haben als Wirtschaft und Politik, fragen die sich noch, warum die Unzufriedenheit, nein sogar Wut, immer größer wird.

Wir werden nicht aufgeben zu glauben, dass es möglich ist, ein Stadtteilzentrum aufzubauen. Umso wichtiger ist der Vorschlag, die „Grüne Insel“, die am Rande Ottensens noch steht, ganz unter Schutz zu stellen, da es höchstwahrscheinlich ist, dass sie durch eine Bebauung ganz aufgefressen wird.

Es fehlt an öffentlichem Raum, alle Bürgerbeteiligungsbeteiligte in verschiedenen Verfahren wollen Grünes erhalten und schaffen, das Versprechen neue Bäume zu pflanzen hält einer Gegenrechnung nicht stand, da kleine neue Bäume mehr Leute versorgen sollen, wo die alten und viel größeren Bäume Jahre gebraucht habe um die Atemluft zu produzieren wie heute. In der Gaußstraße bietet sich gerade jetzt eine Möglichkeit für die „Umweltstadt“ Hamburg und den Bezirk Altona, sich als zukunftsorientiert zu zeigen und dem Plan zuzustimmen, ein Stadtteilzentrum in der Gaußstraße 71-75 und Barnerstraße 14 zu realisieren, den Bauwagenplatz in der Gaußstraße dauerhaft an den Verein „Vogelfrei e.V.“ zu vermieten, dem Fabrikhof den weiteren Betrieb zu garantieren und somit zusammen mit dem Spielplatz Bahrenfelderstraße die zusammenhängende Grüne Insel zu bewahren.

Konkret fordern wir, dass die Bezirksversammlung den Senat überzeugt, den Hochbunker vom Bund und das daneben liegende Grundstück vom Altonaer Spar- und Bauverein/Behrendt Wohnungsbau kauft, um daraus öffentlichen Raum entstehen zu lassen, der durch ein richtiges Bürgerbeteiligungsverfahren geplant werden sollte.

Weiter fordern wir, dass die Grundstücke des Bauwagenplatzes und der Fabrik Bauernhof, die jetzt schon von der Finanzbehörde der Stadt Hamburg vermietet werden, weiterhin dauerhaft unter den jetzigen Auflagen vermietet werden, und der Spielplatz an der Bahrenfelder Straße (von dem wir leider nicht wissen, wem er gehört, wenn ihn die Stadt nicht schon in irgend einer Weise besitzen sollte, erworben wird, um den weiteren Erhalt zu sichern) sollten als Verbund und als Grünzug für Ottensen betrachtet und erhalten werden, als Teil 1 der Grüne Insel Ottensen Nordost.
Wir fordern, immer noch, ein Stadtteilzentrum; vorurteilsfrei und barrierefrei, wo Mitbürger selbst entscheiden, wie die Räume kommerzfrei zu nutzen sind. Genügend Raum drinnen und draußen für ein generationenübergreifendes und nachbarschaftliches Treffen sozialer und freizeitlicher Art, wo es Raum gibt für lokales, außerparteiisches politisches Wirken. Dieses soll an den Grundstücken Barnerstraße 14 und Gaußstraße 71-75 entstehen, mit dem Erhalt der Bäume und dem vorhandenen Grünzug, als Teil 2 der Grüne Insel Ottensen Nordost.

Dieses ist keine Revolution, heißt unsere Ideen sind nichts Neues oder Revolutionäres; nur dringend wieder notwendig.

Wir haben uns wieder an die lokalen Politiker gewendet und sind gespannt was diesmal raus kommt. Ärmel hochkrempeln und ab ins Getümmel; da wir keine Kanonen oder Dynamit verwenden dürfen, um so richtig Krach zu machen und Leute wie Politiker aufzuwecken, werden wir zur Fragestunde in der Altona Rathaus mit wichtigen Fragen zu unseren Forderungen gehen.

Diese Fragen wollen wir am Samstag 29.09.12, 13 Uhr in der „Motte“ diskutieren und alle die interessiert sind, heißen wir herzlich willkommen dabei mitzumachen sodass wir die Fragen rechtzeitig zur Bezirksversammlung am 25.10.12 einreichen können.

Wir können nur optimistisch auf klare Antworten hoffen. Ein „Revolutionsdenken“ von den Politikern erwarten wir nicht.
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