Die „Sky“-Schraube gab ihr den Rest

Ein letztes Bier: Heidi Schmidt überlässt die Bewirtung der Vereinsgaststätte vom FTSV Komet Blankenese jetzt anderen.

Heidi Schmidt schmeißt als Wirtin des Komet-Clubhauses hin

Jakob Drechsler, Blankenese
Der Frust war ohnehin schon groß, da brachte das Schreiben von „Sky“ das Fass zum Überlaufen. Auf einmal sollte Heidi Schmidt das Doppelte für das Sport-Abo des Bezahlsenders zahlen. 300 statt rund 150 Euro, um die Gäste mit der Live-Übertragung von Fußballspielen zu locken - zu viel für die Clubhauswirtin von Komet Blankenese.
„Das kann ich nicht bezahlen“, sagt Schmidt, die schließlich keine andere Möglichkeit sah, als den Vertrag mit „Sky“ aufzukündigen. Gleichzeitig habe die als Daumenschraube empfundene neue Preisstruktur des Pay-TV-Senders ihren Entschluss beschleunigt, das Clubhaus zum Jahresende gleich ganz aufzugeben.
Gründe für diesen Schritt gibt es für die Chefin der Komet-Fußballer letztlich einige mehr. „Ein Vereinsleben findet doch gar nicht mehr statt“, klagt die 45-Jährige. Einige Sportler wüssten noch nicht einmal, in welchem Verein sie Mitglied seien. Letztlich empfindet Schmidt, 2012 Ehrenamtspreisträgerin des Deutschen Fußball-Bundes, auch im Breitensport „alles viel zu schnelllebig“.
Dass sie die Bewirtung des Vereinsheims nach acht Jahren abgibt, will Heidi Schmidt dagegen nicht als Schnellschuss verstanden wissen. „Am Anfang war ich noch euphorisch, aber am Ende habe ich das meiste ja alleine gemacht“, sagt sie. Ihr Mann und ihre Kinder hätten sie eben nur bis zu einem gewissen Grad unterstützen können. Ansonsten schmiss die gute Seele von Komet den Laden in Personalunion als Köchin und Bedienung. „Manchmal habe ich Essen gekocht, während Spieler in der Küche standen und irgendetwas wissen wollten“, erinnert sich Schmidt. Künftig will sie sich wieder ausschließlich um die Belange der rund 800 Fußballer kümmern.
Ganz verkrümeln aus dem „Haus Horst Eggerstedt“ will sich Heidi Schmidt aber nicht. Ihrem Nachfolger verspricht sie, bei Bedarf mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Und Heidi Schmidt wäre nicht so beliebt, wenn sie vor ihrem Clubhaus-Aus nicht noch versöhnliche Worte finden würde: „Ich habe es ja auch gerne gemacht.“
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