Die Bergziege soll leiser werden

Die herkömmlichen Dieselbusse auf der Linie 48 sollen Gesellschaft durch einen Elektro-Kleinbus bekommen.

2014 fährt der erste Elektrobus durchs Treppenviertel

Jakob Drechsler, Blankenese
Lucie Kirchner weiß genau, wann der 48er um die Ecke kommt. Schließlich ist die Ankunft des Dieselbusses für die Bewohnerin des Treppenviertels auch innerhalb der eigenen vier Wände nur schwer zu überhören. Doch bald schon könnte sich eine Lücke auftun im Fahrplan nach Gehör, denn die „Bergziege“ wird teilweise auf deutlich leiseren Elektroverkehr umgestellt. Mitte nächsten Jahres wollen die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) den ersten batteriebetriebenen Kleinbus auf die Ringlinie schicken.
Liefern soll den E-Bus die italienische Firma Rampini. „Die Verträge sind so gut wie unterschrieben“, sagt VHH-Sprecher Rolf Westphalen. Wenn die Tinte trocken ist, könnte ein halbes Jahr später die Premierenfahrt stattfinden. Damit wären die VHH eines der ersten deutschen Unternehmen, das einen Elektrobus im echten Linienbetrieb einsetzt.
Dass die Verkehrsbetriebe für das Pilotprojekt die Blankeneser Route ausgewählt haben, kommt nicht von ungefähr. „In den engen Straßen des Treppenviertels wird der leise Betrieb des Busses besonders auffallen, das heißt, die Lärmemissionen sind deutlich niedriger“, sagt Westphalen. Außerdem sei die Entwicklung bei batteriebetriebenen Bussen im Bereich der Kleinbusse am weitesten fortgeschritten.
Kleiner Nachteil der künftigen „E-Bergziege“ gegenüber ihren fünf Dieselkollegen: Die Batterie muss mehrmals geladen werden, um die gleiche Fahrleistung zu erbringen. „Das kann aber problemlos in den Pausen am Blankeneser Bahnhof geschehen“, sagt Westphalen. Eine Induktionstechnik wie etwa im südkoreanischen Gumi, bei der sich Busse kontaktfrei durch Versorgungskabel unter der Straße aufladen, komme im Treppenviertel vorerst nicht in Frage. „Wir haben uns für eine Lösung entscheiden, die man schnell und ohne große Investitionen in eine neue Infrastruktur umsetzen kann“, erklärt VHH-Projektleiter Sven Plake.
Sollte sich das Modell der aufladbaren Bergziege bewähren, wollen die VHH ihre E-Busflotte sukzessive erweitern. „Unser Ziel ist klar, ab 2020 werden wir ausschließlich emissionsfreie Busse beschaffen“, sagt Plake, „der Elektrobus der Linie 48 ist ein wichtiger Meilenstein bei der konsequenten Umsetzung unserer Strategie.“
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