Der Suppenkaspar liegt in Ottensen begraben

Wurde hier wirklich der Suppenkaspar begraben?
Hamburg: Christianskirche | Meine Mutter ist früher gern mit mir als kleinen Steppke an der Hand spazieren gegangen. Hin und wieder besuchten wir den kleinen Friedhof in Ottensen bei der Christianskirche. Und wenn wir schon mal da waren, gingen wir auch zum Grabmal eines berühmten Menschen, den sogar ich schon sehr gut kannte. Es war nicht das des berühmten Dichters Friedrich Gottlieb Klopstock, sondern ein kleines, eher unscheinbares davor. In diesem Grabmal steht auf einem Steinsockel eine – Suppenterrine. Und warum? Weil hier, so sagte meine Mutter mit ernster Miene, der Suppenkaspar begraben wurde. Und wenn ich meine Suppe nicht essen würde, dann könnte es mir genauso ergehen wie dem armen Kaspar und dann würde neben ihm auch noch der Suppenmichel begraben werden.
Und vor wessen Grab standen wir nun wirklich?
Von einem Pastor der Christianskirche und aus meinem Bekanntenkreis konnte ich erfahren, dass ich nicht der Einzige bin, der mit dieser Geschichte aufwuchs. In der Vergangenheit sind viele Eltern mit ihren Kleinen dorthin gepilgert, um ihnen zu erzählen, dass dort der Suppenkaspar begraben liegt. Da der wichtige beschriftete Teil des Grabmals abhanden gekommen ist, ist der wahre Besitzer in Vergessenheit geraten.
Meine Recherchen ergaben, dass der Kaufmann Samuel Thornton, Sohn der Bankiersfamilie Thornton (die damals die Erstbesitzer des heutigen Schröders Elbpark waren) hier auf dem Kirchhof beigesetzt wurde. Das Grabmal selbst wurde von dem berühmten dänischen Architekten Christian Frederik Hansen entworfen, der auch für die Thorntons das bekannte Halbmondhaus an der Elbchaussee erbaute. Die „Suppenterrine“ soll eine Urne darstellen.
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Peter Wulf aus Altona | 07.12.2014 | 18:59  
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