Café der Hoffnung

Deutsch sprechen heißt ankommen: Frauke Stolley im Gespräch mit einer Gruppe aus Syrien. Foto: cvs

Neuer Treffpunkt für Flüchtlinge und Einheimische: "Embassy of Hope“ im Thalia Gaußstraße

Von Christopher von Savigny

Das Foyer des Thalia-Theaters in der Gaußstraße ist an diesem Freitagnachmittag gut besucht: Rund 40 Menschen sitzen an den Tischen und unterhalten sich angeregt: „Wie heißt du? Ich heiße ... Ich komme aus ...“ Es sind einfache Gespräche, die hier geführt werden. Die Besucher, die mehrheitlich aus Syrien und Afghanistan stammen, sprechen noch nicht sehr gut Deutsch.
„Eine tolle Lehrerin“, Popal (15) über Eva-Maria Martin
„Embassy of Hope“ nennt sich der neue Treffpunkt, den das Thalia im November eröffnet hat. Vorbild ist ein inzwischen nicht mehr existentes Café gleichen Namens, das die Lampedusa-Gruppe auf St. Pauli gegründet hatte. Viermal wöchentlich kommen Flüchtlinge, die meisten davon aus der Schnackenburgallee, mit hiesigen Besuchern zusammen, um einander kennenzulernen. Auch eine kostenlose Rechtsberatung, Mal- und Fotoworkshops, Konzerte, ein Filmclub und gemeinsame Kochnachmittage gehören zum Angebot. „Es geht uns darum, die Flüchtlinge aus den Erstaufnahmen herauszuholen, damit sie nicht immer unter sich bleiben“, sagt Gabor Thury, Dramaturgie- Assistent und Organisator der „Botschaft der Hoffnung“.
Eine Menge Hamburger, darunter auch Schüler sowie Studenten der benachbarten Theaterakademie, wollen sich einbringen. „Ich habe früher häufig Theaterprojekte mit deutschen und ausländischen Schülern gemacht und dabei festgestellt, dass sich dadurch viel verändert“, berichtet Eva-Maria Martin, pensionierte Lehrerin aus Eimsbüttel.
Jetzt unterhält sie sich mit vier jungen Leuten aus Afghanistan. Popal ist 15 Jahre alt und vor drei Monaten alleine aus seinem Heimatland geflüchtet. „Sie ist eine tolle Lehrerin“, sagt er in gebrochenem Deutsch. Frauke Stolley, Rentnerin aus Altona, ist in
einem Elternhaus groß geworden, das selbst Flüchtlinge aufgenommen hat. „Da hieß es immer: Wir kippen noch'n Eimer Wasser zur Suppe, und alle sind willkommen. Diese Tradition möchte ich gerne fortführen“, erzählt sie.
Die „Embassy of Hope“ hat mittwochs bis sonnabends von 15 bis 19 Uhr geöffnet. Adresse: Gaußstraße 190. Kaffee, Tee und Kekse gratis.
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