Bekannt wie ein bunter Hund - Wilma, die weiße Katze aus Ottensen

Wilma auf ihrem selbst organisierten Flokatihocker
Sie ist in Menschenjahren gerechnet längst im fortgeschrittenem Großmutteralter, trotzdem noch überaus geschmeidig: Wilma, die zugelaufene weiße Katze vom „Tatort“ in der Bahrenfelder Straße. Als sie ihre Pfötchen vor acht Jahren zum ersten Mal in das kleine Szenelokal setzte, sah es zunächst nur nach einer katzentypischen Stippvisite aus. Doch daraus ist längst ein Untermietverhältnis mit Vollpension geworden, kostenfrei natürlich.

Streicheln geht gar nicht!


In diesem Punkt ist sich Wilma ihrer aristokratischen Herkunft durchaus bewusst (noch dazu mit Migrationshintergrund). Wer von ihren Eltern dabei aus Persien stammte, ist zwar unklar. In ihrem strengen Blick und dem distinguiertem Auftreten spiegelt sich aber unzweifelhaft das Erbgut orientalischer Königshäuser. Will heißen: Angucken ist okay, etwas Leckeres mitbringen auch, aber Streicheln oder gar Knuddeln geht gar nicht!
Die Gäste des „Tatort“ wie auch die vielen Passanten, die sie vor der Eingangstür oder hinter der Fensterscheibe thronen sehen, vergöttern sie dennoch. Längst ist die inzwischen fast zwanzigjährige weiße Katzendame zu einem der prominentesten Bewohner des Quartiers geworden - und die Frage „Wo steckt Wilma?“ zu einem Erkennungscode der in ihrem Reich lebenden Untertanen.

In einen Flokati verkrallt

Wilma scheint dieser Status so selbstverständlich, dass sie ihn nicht extra betonen muss. Die neugierigen Blicke und überraschten Ausrufe all dieser an ihr vorbei wandelnden Zweibeiner nimmt sie mit vornehmem Schweigen zur Kenntnis. Oder auch angeborener Hochnäsigkeit. Denn sie weiß: Wenn sie etwas will, bekommt sie es! Wie zum Beispiel jenen farblich zu ihrem Outfit passenden Flokatihocker aus dem Nachbarladen, in den sie sich auf einem ihrer Erkundungsgänge unsterblich verkrallt hatte. Dass der Ladeninhaber sie schließlich mitsamt dem Hocker ins „Tatort“ trug und ihr damit offiziell zum Geschenk machte, war Wilma allerdings nicht einmal ein Dankeschön wert. Das wäre ja auch noch schöner!

Bloß keine Wurmkuren!

Einzig Wilmas Leibärztin trübt ihren majestätischen Alltag. Dabei sind deren Dienste gleichfalls umsonst. Aber dazu wird sie jedes Mal aus ihrem Reich in eine entfernte Tierarztpraxis entführt und muss da furchtbare Prozeduren über sich ergehen lassen: Blutabneahme! Wurmkuren!! Oder stundenlanges Striegeln!!! Wieder zurück auf ihrem Flokati, ist sie erst einmal unansprechbar. Aber das legt sich meistens bald wieder. Und die OttensenerInnen haben weiterhin ihre Freude an diesem außergewöhnlichen Geschöpf.

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