Altonaer gegen „Diebsteich 21“

Die Initiative „Prellbock Altona“ stellte sich vor. Foto: Eichbaum
Von Gerd Eichbaum. Die Fragen der Versammlungsleiterin hatten einen ketzerischen Unterton. Ist jemand von der Bahn AG anwesend? Keine Meldung. Jemand von der Fachbehörde? Keine Meldung. Vielleicht jemand von den politischen Parteien? Auch keine Meldung.
Der ketzerische Unterton hatte einen einfachen Grund. „Die Fachbehörde ignoriert den Beschluss der Bezirksversammlung, eine Bürgeranhörung abzuhalten“, so Jochen Büttner von „Prellbock Altona“. Kurzerhand hatte die Bürgerinitiative (BI) gegen die Verlegung des Fernbahnhofs an den Diebsteich selbst eine veranstaltet.
260 Einwendungen hatte es nach der vierwöchigen Auslage der „rein bahntechnischen Planungsunterlagen gegeben, die der Normalbürger sowieso nicht versteht“, so die BI. Mit Bürgerbeteiligung habe das nichts zu tun. 150 Menschen füllten den Kollegiensaal des Rathauses bis auf den letzten Platz. Einig waren sich ausnahmslos alle in der Ablehnung der Verlegung.

„Schließung des Museums auch verhindert“


„Das ist ein weiterer Versuch, sich für die Börse hübsch zu machen“, ordnete BI-Mitglied Robert Jarowoy, gleichzeitig Fraktionsvorsitzender der Linken in der Bezirksversammlung, die Planungen der Bahn AG in einen umfassenderen Zusammenhang ein. Mit anderen Worten: Es geht darum, Kosten einzusparen. Gleichzeitig wüssten die Planer, wie wenig zukünftig am Diebsteich los sein werde, so BI-Mitglied Ernst Günther Lichte. Darum sei dort von Seiten der Bahn AG ernsthaft kein vernünftiger Bahnhof gewollt. So könne der Fernverkehr später einfacher von dort wieder abgezogen werden.
Aus dem Publikum kam zum Teil harsche Kritik. Die Missachtung des Bürgerwillens gegenüber „Diebsteich 21“ sei empörend, hieß es. Ein dortiger Fernbahnhof sei gerade für Ältere oder Behinderte ein großer Rückschritt. Was passiert mit den metertief im Boden versi-ckerten Altlasten aus nahezu 150 Jahren Eisenbahngeschichte?
Betont wurde dagegen die Bedeutung des Bahnhofs an seiner jetzigen Stelle als hervorragende „Drehscheibe für Mobilität“. Und einen Mutmacher gab es auch noch. „Die Schließung des Museums war auch schon beschlossene Sache, konnte aber trotzdem noch verhindert werden“, gab sich Jarowoy kämpferisch.
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