912 Bäume gefällt – was wird nachgepflanzt?

Symbolfoto: Hier wird ein Baum gefällt. Foto: pr

Naturschützer: Negatives Bild für Bezirk Altona – Bezirksamt: Die Statistik trügt!

Trauriger Rekord: Soviele Bäume wie in Altona wurde in keinem anderen Bezirk in Hamburg abgeholzt. 912 Fällungen gab es zwischen Oktober 2015 bis zum Ende der Baumfällsaison Ende Februar. An der Luruper Hauptstraße „hat die Säge besonders gewütet“, beschwerte sich ein Anwohner beim Elbe Wochenblatt. Wird Hamburg in einigen Jahren keine grüne Stadt mehr sein? „Die aktuellen Baumfäll-Statistiken sind alarmierend. Der Verlust der Bäume im öffentlichen Raum entwertet die Stadtnatur“, warnt Alexander Porschke, Vorstand des Naturschutzbunds Hamburg (Nabu).

„Der Baumbestand darf nicht zurück gehen“, so der Nabu

Wann wird abgeholzt? Bäume müssten wegen „mangelnder Stand- oder Bruchsicherheit (ausgelöst durch unterschiedliche Faktoren, zu denen auch Krankheit oder Pilzbefall gehören kann), wegen Bauvorhaben und zur Pflege des Baumbestands gefällt werden“, zählt Bezirksamtssprecher Martin Roehl drei Hauptursachen auf.
Wieviele Bäume nachgepflanzt werden, hat der Bezirk noch nicht gemeldet. „Da Altona die höchste Fällrate hat, geben gerade hier die fehlenden Angaben ein negatives Bild ab.“, rügt der Nabu.
Bezirksamtssprecher Roehl relativiert die Kritik der Naturschützer: „Soweit möglich und sinnvoll werden gefällte Einzelbäume ersetzt. Die gilt insbesondere für Straßenbäume und markante Einzelbäume in Parks.“ Bei Neubauvorhaben, Straßenbäumen oder beim Ersatz von Einzelbäumen in Parks würden heimische Bäume einzeln nachgepflanzt.
„Die Statistiken“, so Röhl weiter, „weisen nur ein lückenhaftes Bild des Gesamtbaumbestandes in Altona aus.“ Das erkläre sich daraus, dass in den vergangenen Jahren in größeren Umfang Bäume als Jungpflanzen gesetzt wurden, die zum Teil nicht in die Statistiken aufgenommen wurden. Bei der Pflege von Gehölzbeständen sei ein Nachpflanzen von Bäumen in der Regel nicht sinnvoll.
„Denn diese Pflegemaßnahmen werden auch mit dem Ziel durchgeführt, Gehölzbestände auszulichten um hierdurch die natürliche Verjüngung des Bestandes zu fördern“, so Roehl.
Die Naturschützer lassen das nur teilweise gelten: „Es ist richtig, dass Bäume zur ,Auslichtung’ gefällt werden und somit an diesen Stellen nicht nachgepflanzt werden. Gerade in diesen Fällen fordert der Nabu, dass der Baumbestand insgesamt nicht zurück gehen darf, sondern dass hier eine Nachpflanzung an einem anderen Ort stattfinden muss.“
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