66 Wohnungen um ein neues altes Hundertwasser Café

Neue Ansicht: Die deutlich hervorspringende Fassade des Hundertwasser-Café wird das ganze umgebende Quartier prägen. (Foto: pr)
 
Alle 66 Wohnungen werden sich um einen neuen begrünten Innenhof gruppieren. 2013 ist Baubeginn, Ende 2014 sollen die Wohnungen fertig werden. (Foto: pr)
Hamburg: Rathaus Altona |

Die aktuellen Pläne für das Grundstück Behringstraße 42-44 werden am Mittwoch, 9. November, vorgestellt.

Am kommenden Mittwoch werden Vertreter der Wohnbau GmbH im Rathaus Altona, Platz der Republik 1, in öffentlicher Anhörung ihr Bauvorhaben für das Grundstück Behringstraße 42-44 vorstellen. Dort steht das seit zwei Jahren geschlossene Stadtcafé Ottensen, das als Hundertwasser-Café bekannt ist. Zur Anhörung im Rathaus sind alle interessierten Altonaer eingeladen, die Fragen zum Bauvorhaben haben oder ihre Meinung dazu äußern möchten. Die Ergebnisse werden in das weitere Bebauungsplanverfahren einfließen.
Doch schon jetzt ist klar: Die Wohnbau GmbH kommt den Wünschen der Ottensener und des Denkmalschutzes weitestgehend entgegen. Das Café wird sein charakteristisches Aussehen behalten. Die Fassade wird nicht, wie zuerst geplant, komplett in die sie umgebenden Wohnungen integriert, sondern soll - so will es das Denkmalschutzamt - deutlich aus der Umgebung hervorspringen. Damit bekommt die gesamten Zeile ein einzigartiges Gesicht. Wohnbau-Geschäftsführer Jens Bräutigam: " Das Quartier wird das Café als unverwechselbares Kennzeichen behalten."
Auch im Inneren soll das Café seinen typischen "Hundertwasser-Look" behalten. Dafür werden die Räume mit einem aufwendigen 3-D-Verfahren gescanned, damit sie nach dem Abbau genau so wieder aufgebaut werden können wie vorher. Allerdings werden Konzessionen an die Sicherheit gemacht werden müssen. Zum Beispiel entstehen breitere Fluchtwege, und die Balustrade im ersten Stock wird höher. Die Halle im hinteren Bereich wird abgerissen, dafür ist die Galerie im ersten Stock als Veranstaltungsraum vorgesehen.
Die Fassade des Cafés bleibt während der gesamten Bauarbeiten stehen. Sollte ihr etwas passieren, riskiert die Wohnbau eine Vertragsstrafe von einer halben Million Euro.
Rund um das Café sollen auf fünf Geschossen 66 neue Mietwohnungen entstehen; die Wohnungen werden zwei bis fünf Zimmer haben; um den Mietpreis niedrig zu halten, soll auch die größte Wohnung nicht viel mehr als 100 Quadratmeter umfassen. Alle Wohnungen sollen barrierefrei werden, eine Tiefgarage unter dem Komplex wird 66 Stellplätze bieten. Der Mietpreis wird sich an den üblichen (hohen) Ottenser Mieten ausrichten, sich aber "im unteren Drittel" bewegen, versicherte Jens Bräutigam. Alle Wohnungen sind zu einem begrünten Innenhof hin ausgerichtet.
Es haben sich bei der Wohnbau GmbH sowohl schon mögliche Pächter für das Café als auch Mietinteressenten gemeldet. Als Pächter wünscht man sich jemanden jemanden, der sowohl gastronomische Erfahrung wie auch Knowhow im kulturellen Bereich vorweisen kann.
Renate Link, Sprecherin der Bürgerinitiative "Rettet das Hundertwasser-Café", wird am Mittwoch bei der Anhörung im Rathaus Altona dabei sein. Ihrer Meinung nach erfüllen die Pläne der Wohnbau GmbH nicht die Forderungen des erfolgreichen Bürgerbegehrens. Nach Ansicht der Bilder sagt sie: " Die beiden Ansichten sind für mich nicht aussagefähig, da aus diesen nicht zu erkennen ist, welche Konsequenzen diese Planung für das Stadtcafe hat. Es ist nicht zu erkennen, wie groß das Café ist und wie das Café von innen gestaltet ist. Es entspricht nicht den Forderungen unseres Bürgerbegehrens, da die Eventhalle entfällt. Diesem Vorschlag können wir so nicht zustimmen."
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