Warum bekam das Wappen vom Donner-Schloss keinen angemessenen Standort in der Hauptkirche Altona St. Trinitatis?

Michael Borkowski untersucht das Wappen vom Donner-Schloss zwischen Gartengerät und Holzstapeln (2009)
Hamburg: Donners Park | Der Bauhof des Gartenbauamts an der Elbchaussee beherbergte seit Jahrzehnten einen kleinen historischen Schatz. Einsam zwischen Gartengerät und Holzstapeln lag bis vor kurzem, kaum beachtet und der Witterung ausgesetzt, ein Bruchstück des berühmten Donner-Schlosses, auf dem das Wappen der Familie Donner zu sehen ist. Es zeigt, wie ein Hund den Donner anbellt, und aus den Wolken blitzt es.
Das Landhaus, das damals eher einem Schloss ähnelte und daher auch allgemein als Donner-Schloss bezeichnet wurde, stand von 1856/57 bis zu seiner Zerstörung durch einen Bombenangriff im Jahre 1943 im Donners Park (die Familie Donner war der Namensgeber vom Schloss und Parkgelände). Die Ruine selbst stand noch bis 1949 und wurde dann gesprengt. Mit den Trümmern wurde der naheliegende Teich aufgefüllt. Das einzige, das noch an das Schloss erinnert, ist das Wappen, das bei Gartenarbeiten im Park gefunden wurde.
Hin und wieder besuchte ich das Wappen auf dem Bauhofgelände und musste feststellen, dass es von Jahr zu Jahr immer mehr Schaden nahm. Es war mir ein Rätsel, warum das schöne Stück Neumühlener Geschichte noch nicht in das sichere Altonaer Museum gebracht worden war, um es dort mit historischen Informationen der Öffentlichkeit zu zeigen. Auf Anfrage im Altonaer Museum hieß es, dass kein Platz dafür vorhanden sei.
Diese Antwort schien mir nicht nachvollziehbar. Kann es sein, dass ein möglicherweise letztes Überbleibsel des Donner-Schlosses keinen besonderen Platz und keine Aufmerksamkeit findet?
Pastor Michael Fridetzky von der Hauptkirche Altona St. Trinitatis und ich sind wahre Bewunderer des Donner-Schlosses und seiner Geschichte. Gemeinsam kamen wir auf die Idee, den Verantwortlichen vom Bauhof einen angemessenen festen Standort für das Wappen in der Hauptkirche anzubieten. Da nämlich der Konferenzrat Conrad Hinrich Donner und Nachkommen nur ca. 4 Minuten entfernt auf dem ehemaligen Heilig-Geist-Kirchhof begraben liegen (heute Behn- oder Schleepark genannt), wäre dies ein passender Ort.
Als Reaktion auf unser Schreiben bekam Pastor Fridetzky einen Anruf. Es hieß, dass der Bauhof das Wappen mit noch anderen Dingen selbst ausstellen wolle, wir dürften lediglich einen Abdruck davon machen. Doch eine Kopie ist eben nicht das Original!
Vor kurzem habe ich erneut den Bauhof aufgesucht - und tatsächlich: das Wappen war von seinem gewohnten Platz verschwunden und nirgendwo mehr zu sehen. Mitarbeiter konnten mir über den Verbleib keine Auskunft geben.
Nun bleibt nur noch zu hoffen, dass wir das Wappen irgendwo und irgendwann unbeschadet wiedersehen dürfen. Ansonsten kann man im Donnerspark demnächst Hundegebell und Donner zu Blitzen aus den Wolken hören.
 auf anderen WebseitenSenden
2 Kommentare
1.218
Michael Borkowski aus Altona | 14.08.2012 | 13:21  
1.218
Michael Borkowski aus Altona | 01.03.2015 | 22:02  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.