Geplant: Der Elbstrand Övelgönne soll einen Radweg bekommen

Der 2 Meter breite Fußweg, der entlang der ehemaligen Lotsenhäuser führt, soll von den Radfahrern befreit werden. (Foto MB)
Hamburg: Övelgönne | Der Oevelgönner Strand soll einen 900 Meter langen Radfahrweg bekommen, plant das Bezirksamt Altona, damit der 2 Meter breite Fußweg, der entlang der ehemaligen Lotsenhäuser führt, von den Radfahrern befreit wird, die häufig der Aufforderung "absteigen" nicht folgen. Zu oft gab es dort gefährliche Zusammenstöße mit Fußgängern. Damit soll nun Schluss sein.

Aber statt großer Freude gibt es bei den Oevelgönner Bewohnern, die eigentlich von den Radfahrern genervt sein müssten, eher ein fragendes Kopfkratzen. Denn aus Erfahrung wissen sie, dass solch ein Radweg am Uferrand auf Dauer den Sturmfluten nicht standhalten wird. Nach jeder Flut wird er dazu regelmäßig mit Sand und angeschwemmtem Unrat bedeckt werden. Wer wird dann das 5,90 Meter breite neue Prachtstück täglich reinigen? Ein Radfahrweg soll schließlich sicher sein.

Die Befürchtungen sind auch, dass Radfahrer, Fußgänger und Jogger beide Wege nutzen werden, also von Entlastung für die Oevelgönner Bewohner kann keine Rede sein. Was passiert mit dem circa 1,9 Millionen teuren Radweg, wenn bei schönstem Wetter der Elbstrand von zahlreichen sonnenhungrigen Besuchern überfüllt ist? Da könnte es auch für einen Radfahrer kaum eine Chance geben, dort zügig, ohne eventuelle Zusammenstöße mit Fußgängern und Ball spielenden Kindern Richtung Café "Strandperle" fahren zu können. So wird aus einem sicher gut gemeinten Radfahrweg eher eine Schiebestrecke. Das Vorhaben erweist sich als ein Schildbürgerstreich: es müsste ja dann das Ordnungsamt her, um in Oevelgönne täglich den sicheren Verkehr zu regeln.

Besser wäre es, immer wieder dafür zu werben, dass Radfahrer in Oevelgönne absteigen und sich beim Fahrrad schieben die einmalige schöne Aussicht gönnen, sowie die historischen Gebäude der Anwohner, die es sonst nirgendwo in Deutschland gibt. Wer es eilig hat, muss dann eben die Elbchaussee nutzen. So einfach ist das und das Bezirksamt hat wieder Geld für ein notwendiges Projekt zum Wohle der Bürger.
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2 Kommentare
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philip von Klösterlein aus Altona | 08.02.2017 | 14:29  
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Katharina Marg aus Othmarschen | 10.02.2017 | 10:50  
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