Arbeiten und Wohnen Tür an Tür

Nackte Fabrikhalle Nr. 7: Nach einer Komplettsanierung werden hier Gewerbebetriebe einziehen. Foto: cvs
Hamburg: Kolbenschmidt-Gelände |

Anwohner und Gewerbetreibende teilen sich früheres Kolbenschmidt-Gelände an der Friedensallee

Von Christopher von Savigny. Die entkernte Halle 7 auf dem Kolbenschmidt-Gelände an der Friedensallee wirkt wie ein Gerippe. Doch bald – möglichst noch in diesem Jahr – soll das Gebäude mit seinem fabriktypischen, sägezahnförmigen „Shed-Dach“ wieder hergerichtet werden. 26 mittelständische Gewerbebetriebe werden nach jetzigem Stand das insgesamt 36.000 Quadratmeter große Areal des ehemaligen Kolbenherstellers im Herzen von Bahrenfeld beziehen. Nebenan entstehen 420 Wohnungen, davon ein Drittel mit sozialer Förderung. Ein Gemeinschaftsplatz, ein paar kleinere Grünflächen und ein Gastronomiebetrieb gehören ebenfalls zum Konzept. „Ein Musterbeispiel für eine gelungene Kombination aus Wohnen und Gewerbe“, sagt Holger Gradzielski, Geschäftsführer der Inhaberfirma Rheinmetall, zum Konzept der Kolbenhöfe.
Seit der Schließung des Kolbenschmidt-Werks im Jahr 2009 hatten sich Dutzende kleiner Betriebe angesiedelt. Darunter befinden sich Tischler, Fotografen, Filmausstatter, ein Tonstudio, eine Motorradwerkstatt und ein Getränkehandel. Durch die rund 150 Millionen Euro teure Neubebauung des Geländes wird die Mischung aus Wohnen und Gewerbe jetzt in eine feste Form gegossen. Bei etwa 35 Prozent soll der Anteil für das Kleingewerbe liegen, das gerade dabei ist, eine Genossenschaft zu gründen.

Wohnhäuser mit vier bis acht Geschossen

Auf den restlichen 65 Prozent der Fläche entstehen Wohnhäuser mit vier bis sechs, im Einzelfall bis zu acht Stockwerken. Ende des Jahres will die Bezirksversammlung Altona einen entsprechenden Bebauungsplan beschließen – dann können die Hausbauarbeiten im Prinzip losgehen. Etwa 2019 sollen nach den Plänen von Rheinmetall die ersten Mieter einziehen.
Um Lärm- und Staubemissionen für Bewohner gering zu halten, wird das „laute, dreckige“ Gewerbe (Tischlerei, Autowerkstatt) künftig eher am Rand des Geländes – etwa an der S-Bahn-Strecke – zu finden sein. Büros hingegen können auch direkt neben Wohnungen unterkommen.

Infos

Zum aktuellen Bebauungsplan („Bahrenfeld 66“) gehört auch das Henkel-Schwarzkopf-Gelände am Hohenzollernring. Über Hintergründe und Planungen informiert ein kürzlich eröffneter „Infopoint“ im ehemaligen Pförtnerhaus an der Friedensallee 128. Öffnungszeiten: dienstags, mittwochs und donnerstags zwischen 13 und 17 Uhr. CVS
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