110 Jahre: Lydia Smuda, die älteste Hamburgerin

Mit viel Lebensfreude ausgestattet: die älteste Hamburger Bürgerin Lydia Smuda. Foto: mf

Am 6. November 1906 geboren und mit viel Lebensfreude sowie Sinn für
Humor ausgestattet – im Krankenhaus mahnte sie das Putzen einer Glastür an

Maike Freriks, Iserbrook

Mit 110 Jahren ist Lydia Smuda die älteste Hamburgerin. In der Seniorenresidenz „Rosenhof“ lebt die resolute Dame seit vier Jahren. Hier fand am Sonntag, 6. November, auch ihre ganz besondere Geburtstagsfeier statt: Sogar das Fernsehen kam. Und so konnten sich alle ein Bild davon machen, wie geistig rege Lydia Smuda ihre Gäste begrüßte.
Gerne und lebendig erzählt die Seniorin Geschichten aus ihrem Leben. Wie sie als Kinderheim-Leiterin einmal einem aufdringlichen Nazi-General eine Ohrfeige gegeben hat. Das hätte sie fast ins KZ gebracht, ein befreundeter Arzt konnte sie rechtzeitig warnen, sie entkam.
„Ja“, sagt Lydia Smuda, „ich denke viel an die Vergangenheit. Ich bin Sternzeichen Skorpion. Aber der tut einem nichts, wenn man ihm nichts tut. Und so ist es auch in meinem Leben!" Das nimmt man ihr ab. Selbstbewusst, herzlich und mit feinem Humor führt sie die Gespräche mit ihren Geburtstagsgästen.
Bürgermeister Olaf Scholz sendet seine Geburtstagsgrüße in einem Brief. Die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank überbringt die Wünsche des Senats und ehrt sie mit einem Blumenstrauß. Hockt sich spontan neben die Jubilarin an den Sessel und so plaudern die beiden.
Seit rund 60 Jahren lebt Lydia Smuda in Hamburg. Sie wurde als eines von fünf Kindern in Remscheid geboren. „Mein Vater war sehr streng. Aber diese Erziehung hat mir gut getan!", beteuert sie überzeugt. Nach der Flucht im Zweiten Weltkrieg nach Hamburg fand sie ihr neues Zuhause in Eimsbüttel, wo sie auch als Privatlehrerin arbeitete. Ihr Mann starb mit 68.
Vor vier Jahren dann hatte sie einen Beckenbruch und musste ins Krankenhaus. „Als ich auf der Liege durch das Krankenhaus geschoben wurde, sagte ich dem Arzt, dass die Glastür zum OP auch mal wieder geputzt werden müsse! Da hat er gelacht. Denn er war erleichtert, dass ich in meinem Zustand so etwas bemerkt hatte!“
Leicht unterkriegen lässt sie sich nicht. Jeden Tag schaut sie, was so anliegt. Langweilig wird ihr dabei nicht. Erst in der vergangenen Woche war sie im Zirkus mit ihrem „adoptierten Enkel“. Und hat weiterhin viel vor.
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