Zwei in Altona, die Verbindungen schaffen

Sechs, die sich freuen: Andreas Siebert, Kim Alfred Neumann, Marieke Giese, Alexander Kuhls, Klaus Ramm, Klaus Lemke (v.l.)

Das Bildungszentrum Metall Hamburg g.GmbH (BZM) war Gastgeber der hamburgweiten Bezirksmeisterschaften des traditionellen Wettbewerbs des deutschen Verbandes für Schweißen und verwandte Verfahren (DVS). 31 Jugendliche zeigten bei „Jugend schweißt“ ihr Talent im Schweißen. Der Wettbewerb sieht vor, dass in vier Schweißverfahren in unterschiedlichen Schweißpositionen gearbeitet wird. Zwei Teilnehmer aus dem BZM in Altona hatten sich aufgemacht, der gleichaltrigen Konkurrenz in Hamburg zu stellen. Sie lernen alle einen Beruf, der immer noch gefragt ist: der Metallbauer in Industrie und Handwerk.


ALTONA. Von 31 Teilnehmern aus ganz Hamburg waren sie zwei besondere in Altona. Beim Wettbewerb „Jugend schweißt" zeigten Auszubildende ihr Können, als es darum ging, Verbindungen zu schweißen. Es ist ein Wettbewerb des Deutschen Verbandes für Schweißen und verwandte Verfahren (DVS), das jetzt auf Hamburger Ebene zum dritten Mal in den Räumen des Bildungszentrums Metall Hamburg g.GmbH in Altona an der Großen Bahnstraße 101 ausgetragen wurde. Besonders waren die beiden Teilnehmer Alexander Kuhls 19, und Kim Alfred Neumann, 22. Beide sind zur Zeit Auszubildende im Bildungszentrum Metall Hamburg g.GmbH und meistern die außerbetriebliche Ausbildung zum Metallbauer Fachrichtung Konstruktionstechnik. Während die anderen Teilnehmer in den Schweißkabinen, alle zwischen 16 und 23 Jahre alten Hamburger in Ausbildung in hamburgischen Betrieben, sich daran machten, eine Kehlnaht oder auch Stumpfnähte zu schweißen, sind Alexander Kuhls und Kim Neumann besonders gefordert. Beide hatten keine klassische Ausbildung in einem Hamburger Unternehmen gefunden, sodass sie in einer außerbetrieblichen Ausbildung im BZM eine Chance erhalten haben – und diese zu nutzen wissen, wie ihre Teilnahme an „Jugend schweißt“ zeigt.

„Ich habe eine große Faszination dafür, beim Schweißen unlösbare Verbindungen zu schaffen", erzählt Kim Neumann, nachdem er seine Prüfungsstücke abgegeben hat, "heute habe ich beim Lichtbogenschweißen zeigen wollen, was ich im Bildungszentrum gelernt habe." Bevor er an die Große Bahnstraße in Altona kam, hatte er sich in einer Ausbildung als Kfz-Mechatroniker versucht, konnte diese Ausbildung gleichwohl nicht beenden. So nahm er die Gelegenheit wahr, im Bildungszentrum Metall Hamburg g.GmbH einen zweiten Versuch zu unternehmen. Gefördert wird diese Maßnahme durch die Arbeitsagentur Hamburg. Dort, unter den freundlichen und sachkundigen Augen der beiden Lehrschweißer, Andreas Siebert SFM, 47, und Klaus Lemke SFM, 61, fand er einen Ort, an dem er sich ganz entfalten kann. Die Schweißfachmänner sind Handwerker, gute Ausbilder und sie bringen in aller Ruhe ihren jungen Auszubildenden bei, was Schweißen bedeutet. Die Techniken reichen vom Gasschmelzschweißen, dem Lichtbogenschweißen bis zum Wolfram-Inertgasschweißen und Metall-Aktivgas-Schweißen. Das Schweißen von Metall ist in keiner industriellen Gesellschaft mehr wegzudenken, auch in Hamburg und Norddeutschland wird das Schweißen an vielen Stellen gebraucht. Kim Neumann ist einer von derzeit 10 Azubis im Bildungszentrum Metall Hamburg g.GmbH. Auch sein Kollege in der außerbetrieblichen Ausbildung, Alexander Kuhls, hat für den Wettbewerb „Jugend schweißt" trainiert und beschreibt das Schweißen, was nur ein Teil seiner Ausbildung ist, mit den Worten: „Das Schweißen ist eine sehr konstruktive Arbeit, weil es Verbindungen schafft und überall notwendig ist, auf Werften, bei Brücken, sogar bei Uhren und all diesen Dingen, die zusammengefügt werden müssen." Beim Wettbewerb ging es darum, die Jury davon zu überzeugen, dass die Schweißnaht gemäß DIN 287-1 ausgeführt ist. Beide belegten in ihrem Verfahren den dritten Platz.

Die Metall-Innung Hamburg unter Leitung ihres Geschäftsführers Dipl.-Ing. Klaus Ramm SFI, 56, hat mit dem Bildungszentrum Metall Hamburg g.GmbH in Altona einen Ort, wo junge Menschen, die in der klassischen Privatwirtschaft vielleicht keine Ausbildung finden, dennoch auf diesem Weg, so die Hoffnung, zu einem Lehrabschluss und damit verbunden einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit zu finden. In ihrer Ausbildung zum Metallbauer spielt das Schweißen eine große Rolle. Während andere Qualifikationen im Handwerk auf immer gelten, müssen international Schweißer alle zwei Jahre ihr Können in einer Prüfung unter Beweis stellen, damit sie die so wichtige Aufgabe erfüllen dürfen. Klaus Ramm sagt: „Das oberste Ziel unseres Bildungszentrum Metall Hamburg g.GmbH ist es, dass die jungen Leute während der außerbetrieblichen Ausbildung nach dem ersten Lehrjahr in eine feste betriebliche Ausbildung übergehen und dort ihre Ausbildungszeit beenden. Das Besondere an Kim und Alexander ist, dass sie überdurchschnittliches Engagement zeigen und für ihren Weg sehr viel tun. Daher freut es mich, dass sie jetzt am Wettbewerb teilgenommen haben, auf dem junge Leute aus ganz Hamburg sich gegenseitig messen und zeigen, dass das Schweißen nicht nur Metall verbindet, sondern auch alle in diesem Bereich zusammenbringt." Allen Erwachsenen, die ehrenamtlich für einen reibungslosen Ablauf sorgen, ist es gemeinsam, dass sie für das Handwerk werben. Der Deutsche Verband für Schweißen und verwandte Verfahren richtet den Wettbewerb „Jugend schweißt" seit vielen Jahren aus. Jens Winkler, 40, ist im Vorstand des DVS und engagiert sich ehrenamtlich für den Nachwuchs. Warum? „Wir im Handwerk spüren, dass wir mehr tun müssen für die Nachwuchsförderung. Wir glauben, dass Handwerk weiterhin goldenen Boden hat und freuen uns, dass doch so viele an solchen Wettbewerben teilnehmen, auf denen sie zeigen können, was unsere Meister ihnen beigebracht haben."

Kim Neumann geht wie sein Kollege Alexander Kuhls montags bis freitags ins BZM. Er hat offenbar Spaß am Metall und er kann es auch begründen: „Metall kann man formen und je nachdem wie man Metall formt, erfüllt es die Wünsche des Kunden. Das ist eine gute Aufgabe." Neumann ist im ersten Jahr der Ausbildung und fährt jeden Tag von Bahrenfeld an die Große Bahnstraße. Klaus Ramm lobt junge Menschen wie Kim Neumann und Alexander Kuhls gerne: „Nicht jedem jungen Menschen ist es leicht gemacht. Nicht jeder junger Mensch findet gleich in den Beruf. Die beiden sind deswegen besonders, weil sie ihre Chancen nutzen - und das zu begleiten, ist mehr als eine Aufgabe." Die jungen Auszubildenden werden im BZM zusätzlich sozialpädagogisch betreut. Diese anspruchsvolle Aufgabe nimmt B.A. Sozialpädagogin Marieke Giese, 24, wahr. Sie sagt: „Als Sozialpädagogin stehe ich unseren Auszubildenden zur Seite und helfe, ihnen die nötigen Grundkompetenzen zu vermitteln, dass sie fit gemacht werden für den Alltag in den Betrieben in Hamburg. Ich glaube, dass der Wettbewerb alle jungen Leute zusammenschweißt."

Kim Neumann und Alexander Kuhls tragen noch ihren Blaumann, als die Preisträger des Wettbewerbes verkündet werden. Ob es ihnen besonders wichtig ist, gewonnen zu haben? Kim sagt: „Ich kann mir gut vorstellen, nach meiner Ausbildung mich in der Schweißtechnik weiter zu qualifizieren." Und auch Alexander hat ein Ziel vor Augen: „Seit ich das erste Mal mit Schweißen in Berührung gekommen bin, wollte ich einen Automatik-Schweißhelm besitzen.“ Dieser Wunsch ging als Preis für seinen dritten Platz in Erfüllung. Auf jeden Fall sind alle sehr zufrieden. Es war ein guter Tag im BZM, für die jungen Teilnehmer, die Jury, die Meister und für das Handwerk. Auf einem kleinen Aufkleber steht, warum sie im Grunde alle dort sind: Es gibt immer viel tun."

Sie packen es alle an, gerade Kim und Alexander.
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