„Wir sind die Mieter-Feuerwehr“

Hamburg: Stadtteilbüro Osdorfer Born |

Mieterverein hilft in Sprechstunde, auch wenn es brenzelig wird

René Dan, Osdorfer Born
Seit 2008 wurde die Miete drei Mal angehoben – und das für eine kleine Wohnung im Osdorfer Born, ohne Balkon. „Darf die Saga die Miete so stark anheben?“, will eine zierliche Dame während der Sprechstunde des „Mietervereins zu Hamburg“ wissen. Eine andere Dame wiederum hat dem Bauverein der Elbgemeinden gekündigt und möchte jetzt erfahren: Müssen sie und ihr Mann die Wohnung renovieren? Muss sie nicht – doch sie muss ihre bordeauxfarbenen Türzinken streichen, erfährt die Bornerin.
Seit Jahren berät Rechtsanwahl Wilfried Lehmpfuhl vom „Mieterverein zu Hamburg“ im Osdorfer Born während seiner Sprechstunden. Bei Bedarf sieht sich Wilfried Lehmpfuhl auch Wohnungen vor Ort an. Sein Kollege Klaus Sanmann vertritt den Experten, wenn dieser eine Sprechstunde nicht wahrnehmen kann. Klaus Sanmann ist kein Jurist, und so betont der Außerdienstmitarbeirer des Mietervereins: „Ich gebe bei Fragen allgemeine Informationen, bei Rechtsfragen informiere ich unseren Rechtsberater Herrn Lehmpfuhl.“
Klaus Sanmann kennt sich bestens mit kniffeligen Fragen rund um Mietverhältnisse aus: Er ist Immobilienfachwirt und kann beispielsweise Betriebskosten-abrechnungen verstehen. „Ich versuche, konkrete Probleme zu lösen“, sagt der 63-Jährige. Ein Indiz für falsche Abrechnungen kann der sprunghafte Verbrauchsanstieg von Heizkosten sein. „Dann stellt sich zum Beispiel die Frage, ob das Thermostatventil in Ordnung ist.“
Das Wort des Mietervereins hat Gewicht, auch am Telefon. So erschien einmal eine Frau und sagte völlig aufgelöst: „Mein Wohnung wird morgen geräumt.“ Tatsächlich zeigte sie Klaus Sanmann einen Räumungstitel der Saga. Dieser rief die Wohnungsgesellschaft an und erklärte, warum die Frau mit ausländischen Wurzeln durch eine Verkettung unglücklicher Umstände eine zeitlang keine Miete zahlen konnte. Das aber werde sie künftig wieder machen. Ergebnis: Es kam nicht zur Räumung.
„Wenn es brennt, sind wir handlungsfähig“, bilanziert Klaus Sanmann und fügt hinzu: „Für Mieter sind wir dann die Feuerwehr.“ Das sieht Barbara Güzeler ähnlich, die den Mieterverein in den vergangenen Jahren wiederholt um Rat gebeten hat: „Herr Lehmpuhl hat uns oft geholfen.“

Sprechstunden des Mietervereins
Der „Mieterverein zu Hamburg“ hält seine nächste Sprechstunde im Osdorfer Born am Dienstag, 8. Januar. Dann berät er von 15 bis 18 Uhr im Sozialen Dienstleistungszentrum Altona-West, Achtern Born 135. Am Mittwoch, 23. Januar, berät der Mieterverein von 16 bis 18 Uhr im Stadtteilbüro Osdorfer Born, Kroonhorst 11. Jeden Montag berät der Mieterverein zudem von 14 bis 17.30 Uhr im Eidelstedter Bürgerhaus, Alte Elbgaustraße 12. DA
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