Was wird aus Schlecker im Born Center?

Die Schlecker-Filiale im Born Center zählt zu den vier Hamburger „XL-Märkten“ der Drogeriekette. Auch die Zukunft dieses Standortes ist angesichts der Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens nicht gesichert. Foto: cvs
Hamburg: Schlecker XL, Born Center |

Zahlungsunfähig: Ende März soll über die Zukunft der Filialen entschieden werden

von Christopher von Savigny

Es läuft alles wie immer“, sagt Tatjana Barbeg, Mitarbeiterin des Schlecker-Markts im Einkaufszentrum Born Center. Zweieinhalb Wochen nach dem Insolvenzantrag der Drogeriekette geben die Angestellten Durchhalteparolen aus – obwohl ihre berufliche Zukunft nach wie vor völlig im Dunklen liegt. „Aber wir haben trotzdem die Hoffnung, dass wir bleiben dürfen“, sagt Barbeg.
Mangelnde Attraktivität und ein schlechtes Image haben zur Zahlungsunfähigkeit der Firma geführt: Während sich Konkurrenten wie Rossmann und dm stetig vergrößert und den Kundenvorstellungen angepasst hatten, galt bei Schlecker offenbar der Grundsatz, möglichst wenig Aufwand zu betreiben. Die typische Schlecker-Filiale ist klein und verwinkelt, das Angebot nicht besonders groß. Eine Ausnahme bildet das Geschäft am Osdorfer Born, das mit seiner modernen und großzügigen Ausstattung zu den vier Hamburger „XL-Märkten“ zählt.
Dennoch fallen auch hier die Lücken in den Regalen ins Auge – offenbar wird zum Teil nicht mehr nachgefüllt. In der Vergangenheit hatte die Firma zudem mit Dumpinglöhnen und Mitarbeiterschikane Schlagzeilen gemacht. Immerhin: Die Löhne der 240 Schlecker-Angestellten in der Hansestadt sind zumindest bis Ende März gesichert. Bis dahin will sich der Insolvenzverwalter einen Überblick verschafft haben.
Rund 70 Schlecker-Märkte gibt es in Hamburg – vier davon befinden sich im Raum Lurup/Eidelstedt.„Ziel ist es, alle wesentlichen Filialen zu erhalten“, sagt Firmensprecher Alexander Güttler. Welche das sind, will er allerdings nicht verraten. „Wir werden jedoch kein Geschäft retten, das tief in den roten Zahlen steckt.“
Inzwischen hat sich die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di zum Sprachrohr der Schlecker-Beschäftigten gemacht: Zu einem Treffen im Hamburger Gewerkschaftsbüro letzte Woche kam fast ein Drittel der Betroffenen. „Es sind nicht die Beschäftigten, die die finanzielle Misere von Schlecker verursacht haben“, betont Stefanie Nutzenberger, ver.di-Bundesvorstandsmitglied für den Handel. „Deshalb brauchen wir jetzt dringend ein Bündnis zur Rettung der Arbeitsplätze.“
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