Vital auch im „Unruhestand“

Junggebliebener Unruheständler: Frieder Bachteler (70) engagiert sich ehrenamtlich für den Osdorfer Born. Foto: cvs
Hamburg: Geschwister-Scholl-Stadtteilschule |

Frieder Bachteler, ehemaliger Leiter der Geschwister-Scholl- Stadtteilschule, bleibt aktiv – vor allem für den Born

Ch. v. Savigny, Osdorfer Born

Nach der Pensionierung die Füße hochlegen? Für einen wie Frieder Bachteler (70) undenkbar. „Ich wollte unbedingt wieder etwas Sinnvolles machen“, sagt der ehemalige Leiter der Geschwister-Scholl-Stadtteilschule. Etwas Sinnvolles – damit meint Bachteler, dass er sich einbringen will, dass er etwas verändern möchte in „seinem“ Stadtteil.
Nicht von ungefähr setzt sich der passionierte Radfahrer unter anderem für Velorouten im Osdorfer Born ein, weil er der Stadt und der Politik tüchtig Beine machen will. „Wenn ich so etwas sehe, dass es zum Beispiel mit der Beschilderung nicht klappt, dann empört mich das! Es lässt mir keine Ruhe“, sagt der äußerst vital wirkende „Unruheständler“.
32 Jahre lang war Bachteler erst als Lehrer für Französisch und Russisch und später auch als Schulleiter aktiv, bevor er 2008 pensioniert wurde. Als ehemaliger Redaktionsleiter einer Gewerkschaftszeitung
juckte es ihn in den Fingern, wieder ins Zeitungsgeschäft einzusteigen: Der 2010 von Bachteler mit gegründete „Westwind“ ist ein 16 Seiten starkes Stadtteilmagazin für den Osdorfer Born, das zehnmal jährlich erscheint und gratis abgegeben wird.
Jeweils drei bis vier ehrenamtliche Redakteure kümmern sich um stadtteilbezogene Themen wie Kunst, Kultur, Verkehrspolitik und die Sitzungen der „Borner Runde“. 40 bis 50 Stunden Arbeit investiert der „Chefredakteur“ nach eigener Schätzung pro Ausgabe, die in einer Auflage von 4.200 Stück erscheint. „Und schön sollte die Zeitung sein, das war uns wichtig“, sagt Bachteler. „Denn über den Born hört man ja immerzu 'Elend, Elend, Elend'. Aber das stimmt ja einfach nicht!“
Außerdem organisiert der 70-Jährige Kulturveranstaltungen im Bürgerhaus. Bei Gedichtabenden („Poesie und Piano“) trägt er deutsche Lyrik vor, während ein Musiker dazu Jazztöne auf dem Klavier erklingen lässt. Und wenn er einmal nicht im Lande ist, radelt Bachteler durch die Welt – oder zumindest durch Europa. Seine letzte Reise führte ihn von Hamburg nach Moskau, drei Jahre zuvor hatte er bereits die Mammutstrecke von Barcelona bis nach Riga bewältigt. „Am Radfahren fasziniert mich, ganz allein und nur mit Muskelkraft irgendwo hinzukommen, und dabei noch ganz viel zu sehen!“ Frieder Bachteler lebt in Nienstedten. Er ist verheiratet und hat zwei Töchter, die seine Frau mit in die Ehe gebracht hat.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.