Sie drehen einen Film über „ihr“ Jugendhaus

Und bitte: Hauptdarsteller Pascal (15, Mitte) zusammen mit Cem (15, v. l.), Lennart Niemann, Jörn Braasch und Ümit (17). (Foto: cvs)
Hamburg: Haus der Jugend Osdorf |

Jugendliche aus dem Osdorfer Born setzen „ihrem“ HdJ ein filmisches Denkmal

Ch. v. Savigny, Osdorfer Born/Lurup

Es ist für viele Jugendliche aus dem Osdorfer Born so etwas wie die zweite Heimat. Doch in etwa drei Jahren wird das Haus der Jugend (HdJ) im Osdorfer Born abgerissen und neu gebaut. Eine Handvoll Jungs will dem Haus ein Denkmal setzen – mit einem Film.
Action am Böttcherkamp: Superman kommt. Oder war es Batman? Spiderman? Egal. Auf jeden Fall wird ein Held auf der Bildfläche erscheinen, vielleicht sogar angeflogen kommen – mal sehen, was die Technik hergibt. „Superman rettet das HdJ“, erklärt Lennart Niemann, selbstständiger Mediengestalter und Leiter der Film-Projektgruppe im HdJ. Er lacht. Natürlich sei das lustig gemeint. Alle würden nochmal zu sehen bekommen, was sie an dem alten HdJ gehabt hätten – und ihm hoffentlich ein paar dicke Krokodilstränen nachweinen. „Dann hätten wir unser Ziel erreicht“, sagt Niemann.
Film-Location HdJ am Böttcherkamp: Zusammen mit ein paar Jugendlichen drehen Niemann und sein Kollege Jörn Braasch einen Film über das Haus, das in ein paar Jahren Geschichte sein wird. „Es ist ein zweigeteiltes Projekt“, erklärt Niemann. „Halb Spielfilm, halb Dokumentation.“ Vor einem Jahr haben sie mit der Arbeit begonnen, gedreht wird jeweils an einem Nachmittag pro Woche. Pascal (15) mimt im Spielfilmteil, der etwa 15 bis 30 Minuten lang werden soll, den Hauptdarsteller. Cem (15) und Ümit (17) steuern den Soundtrack bei (siehe weitere Porträts). Worum es geht? Um das Haus, um seine Kurse und Angebote und um Leute, die dort aktiv sind.

Die ersten Szenen sind bereits im Kasten

Allzuviel wollen die Filmemacher nicht verraten – insbesondere nicht, was den Spielfilm angeht. Nur, dass letzterer – wie oben angedeutet – eben ein bisschen mehr auf den Tisch hauen will. Die ersten Szenen sind bereits im Kasten, parallel schreiben die Beteiligten am Storyboard weiter, dessen Zeichnungen mittlerweile einen dicken Aktenordner füllen. Während der Dreharbeiten erfahren die Jugendlichen nebenbei alles über Blende, Schärfe und die richtige Kameraeinstellung. „Es geht darum, wie man mit filmischen Mitteln eine Geschichte erzählen kann“, sagt Niemann.

Die Pläne

Das Jugendhaus entstand Ende der 1970er Jahre auf dem Gelände der heutigen Geschwister-Scholl-Stadtteilschule. HdJ und Schule werden bis 2019 nach und nach abgerissen, an deren Stelle kommt ein moderner Neubau hin. Der noch namenlose Streifen über das alte Jugendhaus wird im Rahmen der Neueröffnung 2020 gezeigt. Das Filmprojekt wird unter anderem vom Hamburger Spendenparlament unterstützt.
❱❱ www.hdj-osdorf.de

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