Schlafplätze für 1.700 Menschen

Der leerstehende ehemalige Baumarkt am Rugenbarg ist eine Notunterkunft geworden. Bis zu 800 Flüchtlinge sollen hier unterkommen. An der Luruper Hauptstraße ist eine weitere Unterkunft mit 900 Plätzen geplant. (Foto: mik)
Hamburg: Baumarkt |

Flüchtlinge: Stadt eröffnet zwei weitere Unterkünfte

Es wird kälter, die Stadt sucht immer noch dringend nach Flächen und Gebäuden, wo Flüchtlinge zumindest vorübergehend unterkommen können. Nun entstehen in Osdorf und voraussichtlich in Bahrenfeld zwei neue Unterkünfte – die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was passiert in Osdorf?
Der ehemalige Max-Bahr-Baumarkt am Rugenbarg wird zu einer Notunterkunft mit etwa 800 Schlafplätzen. Betreiber ist das städtische Unternehmen Fördern und Wohnen, in dessen Verantwortung der Großteil der Unterkünfte in Hamburg liegt. Die Standards im Ex-Baumarkt werden recht einfach sein: Wie in ähnlichen Gebäuden wird die große Halle voraussichtlich mit Feldbetten und Trennwänden ausgestattet. Bisher sind nach Wochenblatt-Informationen 400 Flüchtlinge in dem Ex-Baumarkt einquartiert worden.

Was passiert in Bahrenfeld/Lurup?

Ein Teil des Parkplatzes Grün nahe des HSV-Stadions soll mit Containern bebaut werden. Es ist eine Erstunterkunft für etwa 900 Menschen geplant. Die Fläche an der Luruper Hauptstraße steht teilweise noch zum Parken bei Fußballspielen in der Arena zur Verfügung. Im Frühjahr soll das Containerdorf laut SPD Altona als sogenannte Folgeunterkunft ausgebaut werden. Heißt: Es wird vergrößert, aber es sollen wie zuvor 900 Menschen dort untergebracht werden. „Angesichts der aktuellen Lage ist das ein guter Kompromiss. Ich setze auf die Unterstützung und Hilfsbereitschaft der Nachbarinnen und Nachbarn“, so Altonas SPD-Fraktionschef Thomas Adrian. Die zuständige Innenbehörde hält sich mit Infos noch zurück: Die Fläche werde gerade geprüft, heißt es.

Warum die Eile?
Nach wie vor kommen täglich Hunderte Flüchtlinge in Hamburg an, die schnell untergebracht werden müssen. Die Kapazitäten in den städtischen Unterkünften sind seit Monaten knapp. Es ging kaum voran, weitere Plätze zu schaffen. Zudem stehen unter anderem die Messehallen (1.200 Plätze) nicht mehr zur Verfügung. Derzeit rücken daher maßgeblich leerstehende Gewerbehallen und teilweise ungenutzte Freiflächen in den Mittelpunkt. Kehrseite: Sehr einfache Standards, die Unterkünfte liegen meist abseits von Wohngebieten.

Infos und Helfen

Zur Unterkunft im Ex-Baumarkt am Rugenbarg gibt es eine Informationsveranstaltung. Termin: Donnerstag, 1. Oktober, 18.30 Uhr, in der Aula der Grundschule Barlsheide, Bornheide 2. Mit dabei: Vertreter des Bezirksamts Altona, der Innenbehörde und von Fördern und Wohnen.

Informationsveranstaltung zum Parkplatz Grün am
Donnerstag, 8. Oktober, um 19.30 Uhr in der Evangelisch-Lutherischen Auferstehungskirche, Flurstraße 3.

Für Lurup und Osdorf bildet sich gerade ein Helferkreis. Wer mitmachen möchte, kann sich bei der Gruppe „Refugees welcome“ Lurup/Osdorf per E-Mail melden: refugees-welcome-lurup-osdorf@gmx.de
Für Montag, 5. Oktober, laden die Aktiven ins rote Gebäude im Bürgerhaus Bornheide, Bornheide 76, ein, um sich zu koordinieren und zu vernetzen. Beginn: 19 Uhr.
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