Postkarten als Wegweiser

Christoph Beilfuß zeigt eine Postkarte um 1900. Zu sehen ist das Kaiserliche Postamt in der Zeise-straße. Vom Fußgängertunnel aus erstreckt sich dort heute die Häuserreihe Waitzstraße 16 bis 20.

Im Archiv des Bürgervereins Flottbek-Othmarschen:
ein historischer Spaziergang auf der Waitzstraße

Wie sah die Waitzstraße eigentlich früher aus? Auf -zig Postkarten ist ihr Wandel festgehalten. Denn damals war es angesagt, Ansichtskarten zu verschicken, auf denen Häuser oder Straßen des eigenen Stadtteils abgebildet waren. Ein Spaziergang durch alte Gassen ist im Archiv des Bürgervereins Flottbek-Othmarschen möglich.

Wo die Kunden von heute Brötchen kaufen, haben die Abnehmer von 1905 in einem Eisenwarengeschäft gestöbert. Um 1910 speisten die Gäste im Restaurant am Bahnhof, der Gaststätte Güllnitz. 2014 befindet sich in dem Gebäude das Block House.
Christoph Beilfuß hat noch mehr Vergleiche auf Lager. Nicht nur von der Waitzstraße, die bis 1950 abschnittsweise Ulmenstraße, Zeisestraße, Klaus Groth-Straße und Claudius-Straße hieß. Der Hobby-Archivar betreut gemeinsam mit seiner Frau Erika, gelernte Archivarin, das Archiv des Bürgervereins. Bisher gibt es über 2.000 Bilddateien aus den Stadtteilen Othmarschen und Groß Flottbek. Allein 200 davon sind Postkarten und größtenteils aus der Privatsammlung der Beilfußs.
Viele der Karten waren verschickt worden. Ein knapper Gruß zwischen einem Pärchen. Klatsch und Tratsch zwischen zwei Freundinnen. Anhand der Platzmöglichkeiten zum Schreiben, der Briefmarke, des Stempels oder einfach der Automarke auf dem Motiv kann Beilfuß einordnen, aus welcher Zeit die Ansichtskarte stammt.
Auf dem Markt für Postkarten werden besonders begehrte Exemplare mit 30 Euro gehandelt. Beilfuß interessiert sich für den geschichtlichen Wert.
„Ich möchte zu den einzelnen Motiven weiterführende Infos sammeln“, plant er. Etwa zur Architektur eines Hauses, der Entwicklung oder das Leben in und um ein Gebiet. Irgendwann will er das Archiv um diese Extras erweitern.

Postkarten abgeben oder anschauen
Alte Postkarten oder andere Aufzeichnungen aus den Stadtteilen Othmarschen und Groß Flottbek nimmt das Archiv des Bürgervereins Flottbek-Othmarschen gern entgegen. Bevor Angehörige sich etwa von einem Nachlass trennen, bietet Christoph Beilfuß an, noch einen Blick auf Unterlagen zu werfen. Manchmal kommen historische Schätze zum Vorschein. Kontakt:
christoph.beilfuss@gmx.de, S 880 22 45.
Wer sehen möchte, wie Straßenzüge damals aussahen: donnerstags von 10 bis 12 Uhr im Archiv, Raum 17 in der VHS-West, Waitzstraße 31, oder nach Absprache mit Erika Beilfuß, S 880 22 45.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.