Nahverkehrsanbindung des Osdorfer Borns: Busbeschleunigung eine Mogelpackung des SPD-Senats

Verbesserungsbedürftig: Das Busangebot an der Haltestelle "Achtern Born (Kindermuseum)"
Hamburg: Borncenter | Die Großsiedlung Osdorfer Born ist seit Jahrzehnten nicht ausreichend durch den Öffentlichen Personennahverkehr erschlossen. Bis heute fährt keine U-Bahn zum Osdorfer Born, wie es die SPD den Wählern in den 1970er Jahren noch versprochen hatte. Auch eine Stadtbahnanbindung des Borns ist nie realisiert worden. Zweimal scheiterte die Einführung der Stadtbahn, deren Streckennetz auch eine Anbindung des Borns beinhaltete, an fehlenden politischen Mehrheiten: Das 1997 durch den rot grünen Senat auf den Weg gebrachte Stadtbahnprojekt wurde 2001 durch den CDU/Schill/FDP-Senat eingestampft. Der 2008 vom damaligen schwarz-grünen Senat erneut gestartete Versuch ein Stadtbahnnetz zu etablieren, scheiterte am Auseinanderbrechen dieser Koalition. Trotz aller gescheiterten Versuche bleibt es sinnvoll, für politische Mehrheiten zu werben, den Osdorfer Born durch ein schienengebundenes Verkehrsmittel an die Hamburger Innenstadt anzubinden. In eine Streckenplanung sind die angrenzende Stadt Schenefeld (Kreis Pinneberg) sowie Lurup und Bahrenfeld mit einzubeziehen. Bis eine Schienenverkehrsanbindung politisch durchgesetzt werden kann, sollte das Busangebot für die Stadtteile Osdorfer Born, Lurup und Bahrenfeld deutlich verbessert werden. Leider trägt das 2011 vom SPD-Senat beschlossene Busbeschleunigungsprogramm nur wenig Positives dazu bei: Wer gehofft hatte, dass mit den rund 260 Millionen €, die in den nächsten Jahren stadtweit in die Beschleunigung des Linienbusverkehrs investiert werden, wenigstens ein paar sinnvolle Angebotsverbesserungen für den Osdorfer Born finanziert werden, wurde der letzten Sitzung des Verkehrsausschusses am 18. Februar 2013 allerdings enttäuscht. Dort nämlich stellten Vertreter des Landesbetriebs Straßen Brücken und Gewässer (LSBG) ihre aktuellen Planungen zur angeblichen Beschleunigung der Metrobuslinie 3 (Kraftwerk Tiefstack – Schenefelder Platz) vor:
Geplant ist lediglich ein Umbau der Haltestellen Kressenweg, Immenbusch, Achtern Born und Böttcherkamp für geschätzte rund 100.000 € je Haltestelle. Die Busbuchten der Haltestellen Immenbusch, Achtern Born und Böttcherkamp werden zurückgebaut. Die Busse sollen künftig auf der Fahrbahn halten, dadurch entfällt jeweils der Zeitverlust für das Einfädeln auf die Fahrbahn. Für den Kfz-Verkehr soll aber die Möglichkeit geschaffen werden, an dem haltenden Bus vorbeizufahren. Diese Maßnahme bringt - wie die Vertreter des LSBG selbst einräumten - eine Beschleunigung, die sich nur im Sekundenbereich auswirkt. Dies als wirksame Beschleunigungsmaßnahme zu bezeichnen, ist schlicht Etikettenschwindel. Positiv ist immerhin anzumerken, dass mit dem Haltestellenumbau die Barrierefreiheit gefördert wird: In Haltestellenbereichen wird als Kantstein künftig der sog. „Kasseler Sonderbord“ eingesetzt. Niederflurbusse können dann noch leichter einen bündigen Anschluss an den Kantstein finden. Der Einstieg in den Bus ist dann deutlich leichter, vor allem für Mobilitätsbehinderte und Kinder. Mit Busbeschleunigung hat dies aber nichts zu tun. Insgesamt ist das Busbeschleunigungsprogramm für den Osdorfer Born eine Mogelpackung des SPD-Senats, das keinerlei spürbare Verbesserungen mit sich bringt.
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