Kochen gegen die Ferien-Langeweile

Nadiya (l.) und Fateme würzen Kartoffelecken. Die beiden Mädchen aus Afghanistan nehmen am Ferienkochkurs teil. Foto: Tisch
Hamburg: Grundschule Goosacker |

Für die Schulkinder in der Erstaufnahme Rugenbarg gibt es kostenlose Angebote

Markus Tischler, Osdorf

In der Küche der Grundschule Goosacker geht es wuselig zu. Mehrere Mädchen und Jungs bereiten das Mittagessen vor. Nadiya und Fateme stehen vor einem Blech mit Kartoffelecken, das gleich in den Ofen geschoben werden soll. Dazu gibt es Chicken Nuggets. Als Nachtisch dürfen sich die Teilnehmer des Ferienkochkurses an diesem Tag auf Joghurt mit Himbeeren freuen. Die beiden elf Jahre alten Mädchen aus Afghanistan leben in der Erstaufnahme am Rugenbarg. Ihre Eltern haben für Ferienaktivitäten kein Geld. Die Unterkunft wird vom Malteser Hilfsdienst betrieben, der den Flüchtlingskindern Ferienaktionen anbietet.
Nadiya und Fateme, die Ende 2015 aus ihrer Heimat nach Hamburg gekommen sind, freuen sich erst einmal auf die Kartoffelecken und Chicken Nuggets. Doch ihr Lieblingsgericht ist ein anderes. „Spaghetti mit Tomatensauce“, antworten beide unisono. Spaß beim Kochen hatten sie trotzdem. Während sie das Backblech fertig belegen, malen andere Kinder ein Kochbuch. Es enthält Vorschläge für Frühstück, Mittag- und Abendessen inklusive vieler Rezepte. Am Ende der Woche soll es vervielfältigt und verteilt werden.

Am Dienstag wird eine Schiffbauwerkstatt besucht

„Das Koch-Angebot kommt vom Kindermuseum im Osdorfer Born. Aber wird durften mitmachen“, erzählt Veronika Trautmann. Sie ist bei den Maltesern Ehrenamtsmanagerin.
Zwar hatte der Malteser Hilfsdienst selbst ein umfangreiches Ferienprogramm ausgearbeitet, doch es konnte nicht wie geplant durchgeführt werden. „Wir hatten im Planungszeitraum rund 30 Schulkinder in der Erstaufnahme. Aufgrund von Verlegungen sind es derzeit aber nur noch rund zehn“, erklärt Trautmann. Sie ergänzt: „Dafür nehmen zum Beispiel Nadiya und Fateme fast an allen Aktionen teil und sind den ganzen Tag beschäftigt.“
Vor allem der erste Schwimmkurs und das Anprobieren von Badeanzügen, die sie Dank einer Spende an den Malteser Hilfsdienst haben kaufen können, sei ein tolles Erlebnis für alle gewesen, erinnert sich Trautmann.
Mit Wasser hat auch der Besuch am Dienstag, 23. August, im Hafenmuseum zu tun, wenn die Gruppe ein paar Stunden an einer Schiffbauwerkstatt teilnehmen wird.
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