Der Fahrradweg, den keiner findet

Radfahren im Born: Frieder Bachteler (li.) und Gerhard Sadler setzen sich für eine Beschilderung der Osdorfer Veloroute ein. Foto: cvs
Hamburg: Bürgerhaus Bornheide |

Veloroutennetz: Warum gibt es im Osdorfer Born keine Schilder?

Ch. v. Savigny, Osdorfer Born

Hamburg soll Fahrradstadt werden – einen wichtigen Beitrag dazu leistet, so die Planung, ein 280 Kilometer langes Veloroutennetz, das die Verkehrsbehörde (heute: BWVI) vor mittlerweile zwölf Jahren
offiziell vorgestellt hat. Auf zwei Rädern bequem, flott und verkehrsarm durch die Stadt: Vielerorts geht das schon – nicht jedoch im Osdorfer Born.
Anders als in benachbarten Stadtteilen – etwa in Eimsbüttel – findet sich hier noch kein einziger Wegweiser, der dem Radler die Orientierung erleichtern würde. Frieder Bachteler und Gerhard Sadler, Bornkenner und selbst leidenschaftliche Radfahrer, fragen sich warum: „Die Strecke ist bekannt, man könnte sie ganz einfach ausschildern“, findet Bachteler. „Für die Borner wäre das ein prima Anreiz, aufs Rad umzusteigen. Diese Chance sollte endlich genutzt werden!“
Laut Karte (www.hamburg.de) beginnt die Borner Veloroute – ein Zweigstück der Route 1 nach Rissen – direkt am Bürgerhaus in der Bornheide. Zu sehen ist davon indes nichts. Dabei war die Straße – inklusive der Radwege – gerade erst im Rahmen der Busbeschleunigung umgebaut worden.
Ein großes Versäumnis, findet Sadler, der sich auch im Stadtteilgremium „Borner Runde“ engagiert. „Dass es an manchen Stellen noch Unklarheiten wegen der Streckenführung gibt, wird als Argument missbraucht, die Beschilderung immer weiter hinauszuzögern“,
ärgert er sich. Der Born sei
verkehrsmäßig sowieso schon äußerst schlecht angebunden. „Was ist eigentlich wichtiger?“, so Sadler. „Eine Strecke perfekt auszubauen? Oder die Leute hier zu motivieren, aufs Rad zu steigen?“ Auch für eine StadtRad-Station setzen sich die beiden Aktiven ein – der Born ist eines der wenigen noch nicht für das städtische Leihrad erschlossenen Gebiete.
Warum dauert es so lange, ein paar Wegweiser aufzustellen? Die BWVI spricht von einer „Optimierung“ des Routennetzes – die allerdings nur Othmarschen betrifft. BWVI-Sprecher Richard Lemloh: „Beim anstehenden Ausbau der Velorouten werden aber noch einmal alle Abschnitte auf mögliches Optimierungspotenzial für den Radverkehr untersucht.“


Radfahrer sicher zum Ziel bringen

Das geplante – und zum Teil auch schon existente –
Veloroutennetz besteht aus zwölf Strecken, die von den Außenbezirken zum Hamburger Rathausmarkt führen. Dazu kommen zwei Ringlinien, die die äußeren Wohngebiete erschließen sollen. Gefahren wird abseits der Hauptverkehrs- straßen, teils auch durch Parks, Tempo-30-Zonen und beidseitig freigegebene Einbahnstraßen.
Ziel ist es, den Radler sicher und zügig ans Ziel zu bringen. Im Juni dieses Jahres wurde ein „Bündnis für den Radverkehr“ unterzeichnet, an dem unter anderem die Behörden, die Bezirke und die Stadtreinigung beteiligt sind. Pro Jahr will das Bündnis 50 Kilometer Radweg neu bauen oder sanieren. Das Veloroutennetz soll 2020 fertiggestellt sein. CVS
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2 Kommentare
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Stefan Warda aus St. Pauli | 30.08.2016 | 19:15  
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Stefan Warda aus St. Pauli | 30.08.2016 | 19:31  
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