"Busprogramm des Senats muss schneller werden"

Einst fuhr die Straßenbahn bis zum Schenefelder Platz, auch entlang der Luruper Hauptstraße. Das ist vielen noch in Erinnerung, daher fordert die AG Verkehr des Luruper Forums eine Schienenanbindung. Das Senatsprogramm zur Busbeschleunigung wird als „halbherzig“ kritisiert. Foto: rs
Hamburg: Osdorfer Born |

Luruper und Borner pochen weiterhin auf eine Schienenanbindung

von Reinhard Schwarz

Viele Fahrgäste kennen das Problem: Übervolle Busse, kaum Luft zum Atmen – und ab 18 Uhr ändern sich die Taktzeiten von 10 Minuten auf 20 oder 30 Minuten. Oft hängt der Bus zusammen mit dem Autoverkehr im Stau fest. Das soll jetzt alles anders werden, verspricht der SPD-Senat und hat ein Programm zur Busbeschleunigung vorgelegt. So sollen die Ampelschaltungen Busse bevorzugen, Kreuzungen sollen so umgebaut werden, dass Busse sie bei Staus umfahren können. Zudem sollen Busspuren eingerichtet werden.
Kaum erschienen, wird das Programm kritisiert. „Den schönen Absichtserklärungen des Senats folgen leider keine schnellen Taten“, so Bürgerschaftsabgeordnete Heike Sudmann (Die Linke). Die Phasen zur Umsetzung der Programmetappen A (bis 2016) und B von (2016 bis 2020) seien viel zu langfristig angesetzt. Sie fordert, das Beschleunigungsprogramm zu beschleunigen.
Kritik kommt aber auch von örtlichen Initiativen. „Uns wäre eine Schnellbahnanbindung lieber gewesen“, erklärt Gerhard Sadler, Sprecher der Verkehrs AG der Borner Runde. Da diese aber in nächster Zeit nicht umgesetzt werden wird – die SPD hat sich bekanntlich von der Stadtbahn verabschiedet – soll ein Expressbus in Richtung Innenstadt her. In einem dreiseitigen Papier wird das Konzept erläutert. Kernforderung: ein „Born-Express“, der nicht an „jeder Milchkanne hält“, sondern zügig bis in die Innenstadt fährt.
Auch die AG Verkehr des Luruper Forums favorisiert die Stadtbahn. „Unsere Forderung nach einer Schienenanbindung bleibt bestehen“, erklärt AG-Sprecher Udo Schult. Und da Lurup in der Vergangenheit schon mal eine Straßenbahn hatte, die bis zum Schenefelder Platz fuhr, wäre auch der Platz dafür da – in der Mitte der Fahrbahn.
Doch auch den Lurupern ist klar, dass dieses Thema derzeit auf Eis liegt. Daher setzen Udo Schult und seine Mitstreiter auf kleine Schritte: separate Busspuren, bessere Anbindung der Arenen durch Shuttle-Busse, Ampelschaltungen, die den Busverkehr bevorzugen. Vom Senatsprogramm ist Udo Schult nicht begeistert: „Das ist zu halbherzig. Man traut sich nicht an einschneidende Maßnahmen zugunsten des öffentlichen Personennahverkehrs.“
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