Aus für Migranten-Beratung

Wenn das Bürgerhaus Osdorfer Born – laut Planung im November – eröffnet, soll dort auch Verikom beraten, fordert Andreas Grutzeck (CDU). „Ansonsten verdient das Bürgerhaus diesen Namen nicht“, sagt der Vorsitzende des Sozial- und Integrationsausschusses der Bezirksversammlung Altona. Foto: da
Hamburg: Stadtteilbüro Osdorfer Born |

„Katastrophe“ – CDU fordert von der Sozialbehörde mehr Geld für Angebot im Osdorfer Born

Sie kamen donnerstags und freitags am Morgen, und wenn die Frauen spätnachmittags gingen, hatten sie fast ohne Pause ununterbrochen gearbeitet: Zwei Mitarbeiterinnen von „Verikom“, dem Verein, der Menschen mit Migrationshintergrund berät, hatten im Stadtteilbüro Osdorfer Born alle Hände voll zu tun. Doch am 31. Dezember war Schluss: Mit nur 13 Personalstunden ausgestattet konnte verikom sein Angebot nicht mehr im Born aufrechterhalten. Das will die CDU-Bezirksfraktion jetzt ändern: Sie fordert die Sozialbehörde auf, mehr Mittel für die Beratung von Zuwanderern bereitzustellen.
„Die Schließung der verikom-Beratung ist eine Katastrophe für das Quartier“, kritisiert der CDU-Bezirksabgeordnete Andreas Grutzeck. Er verweist auf den hohen Anteil an Menschen mit ausländischen Wurzeln: Von mehr als 10.000 Menschen, die im Born leben, haben fast 60 Prozent einen ausländischen Hintergrund.
„Es besteht ein unglaublich hoher Beratungsbedarf“, weiß auch Iris Jäger, Geschäftsführerin von „Verikom – Verbund für interkulturelle Kommunikation und Bildung e.V.“. Ob Hilfe bei Hartz IV-Formularen, Handyrechnungen, Erziehungsfragen oder Weitervermittlung zu anderen Einrichtungen – breit war die Bandbreite der Hilfen im Born.
Doch die sehr knappe Personaldecke erlaubte es Verikom nicht mehr, das im Osdorfer Born seit 2008 bestehende Angebot weiterzuführen. Jetzt müssen viele Ratsuchende weite Wege in Kauf nehmen, die in die
Verikom-Zentrale an der Hospitalstraße 109 führen.
Für Andreas Grutzeck ist klar: „Spätestens wenn das Bürgerhaus Osdorfer Born wie geplant im November eröffnet, braucht der Bezirk Altona für die Migrantenberatung mehr Geld von der Sozialbehörde.“ Auf 55.000 bis 60.000 Euro schätzen Insider die derzeit fehlende Summe. Das Ziel: „Verikom soll dann im Bürgerhaus beraten können.“
Dazu sieht sich der Anbieter derzeit nicht in der Lage. „Wir wissen nicht, wie hoch die Miete sein wird – sie wird aber bestimmt höher sein als im Stadtteilbüro“, erklärt Iris Jäger. Auch im Osdorfer Born hoffen viele auf eine bessere Finanzierung der Verikom-Beratung. Dafür, sagt Savas Saadet, Organisatorin des „Internationalen Frauenfrühstücks“, „sammele ich Unterschriften“.

Die Sozialbehörde gibt nicht mehr Geld
Abgelehnt: Die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) will nicht mehr Geld für die Beratung von Zuwanderern bereitstellen. Gegenüber dem Wochenblatt erklärt Pressesprecherin Nicole Serocka: „Eine Mittelerhöhung für das Programm zur Förderung von regionalen Integrationszentren für Zuwanderer ist von der BASFI nicht geplant.“ Andererseits verweist sie darauf, dass „der Hamburger Haushalt 2013/14 noch nicht beschlossen ist“. Nicole Serocka weiter: „Im Übrigen wird die im Osdorfer Born eingestellte Beratung des Trägers Verikom im Integrationszentrum Altona/Hospitalstraße 109 aufgefangen. Dies ist eine Entscheidung des Trägers.“ da
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