Als Blankenese sich zur „Hauptstadt“ mauserte

Eine historische Aufnahme des Bahnhofs Blankenese. Heute steht das 1867 eröffnete Gebäude unter Denkmalschutz. Foto: pr

Feierlichkeiten zum 150-jährigen Jubiläum des Amtsgerichtes und
der Eisenbahnanbindung nach Altona

Karin Istel, Blankenese

Vor 150 Jahren war sie nur etwas für ganz Wagemutige: die neue Bahn. Sie fuhr damals mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern zwischen Blankenese und Altona. Und verhalf dem Ort zum Aufschwung. Auch im Rechtswesen machte Blankenese im Jahr 1867 einen weiteren Schritt in die Zukunft: Im diesem Jahr wurde das örtliche Amtsgericht eröffnet. Beide Ereignisse feiert der Förderkreis Historisches Blankenese von Donnerstag, 18. Mai, bis Sonntag, 21. Mai, mit zahlreichen Aktionen.
„Als Blankenese Hauptstadt wurde“ lautet das Motto der Feierlichkeiten. Denn der Elbort gewann mit der Eröffnung des Amtsgerichtes an Bedeutung. Preußen hatte damals das Herzogtum Lauenburg übernommen und führte das preußische Rechtssystem auch in Blankenese ein.
Das war auch notwendig, denn der Ort wurde durch die neue Bahnverbindung ein angesagter Wohnort. Städter und Siedlungsgemeinschaften erwarben preiswertes Bauland in Blankenese und Dockenhuden, bauten Villen und Geschäftshäuser. Die Bevölkerung wuchs rasch, das alte Fischerdorf veränderte sich nachhaltig.
Für die jüngere Bevölkerung brauchte man damals schnell mehr und bessere Schulen. In der Lindenstraße (heutige Kirschtenstraße) wurde eine Realschule für Jungen gegründet, aus der wenig später das Realgymnasium erwuchs. Gleich nebenan entstand zehn Jahre später das Mädchengymnasium.
Treibende Kraft bei diesen und weiteren Schulgründungen war Propst Paulsen. Ihm war es auch zu verdanken, dass Blankenese mit Spendengeldern eine Kirche bauen und sich als selbständige Pfarrgemeinde von Nienstedten lösen konnte.
Warum gerade Blankenese sich zum Mittelpunkt der Elbvororte entwickelte, hat der Förderkreis Historisches Blankenese recherchiert. In den kommenden Tagen bietet der Verein Ausstellungen, Führungen und Events an.

Veranstaltungen
- 18. Mai – 31. Juli 2017:
Ausstellung in der Hasp, Blumenfeldplatz 25
- Fr, 19. Mai, 15 Uhr: Führung durchs Amtsgericht,
Dormienstraße 7
- Fr, 19. Mai, 14 – 18 Uhr:
Einführungen zu jeder vollen Stunde durch das Gymnasium, Kirschtenstraße 1
- Sa, 20. Mai, stündlich von 10.36 bis 16.36 Uhr ab Altona und von 11.22 bis 17.22 Uhr ab Blankenese: Fahrt im
historischen S-Bahnzug
- Sa, 20. Mai, 11 – 14 Uhr:
Eröffnung der Ausstellung in der Haspa Blankenese, Erik-Blumenfeld-Platz 25
- Sa, 20. Mai, ab 11 Uhr stündlich: Führungen des Blankeneser Bürgervereins, Treffpunkt: Erik-Blumenfeld-Platz, Schautafel
- Sa, 20. Mai, 15 Uhr: Eröffnung der Propst-Paulsen-Ausstellung und Vortrag in der Blankeneser Kirche am Markt, Mühlenberger Weg 64a.
- So, 21. Mai, 14 – 17 Uhr: Historischer Tag im Fischerhaus mit Lesungen, Flohmarkt und Jazz
Elbterrasse 6
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