Streit um Eco-City

Das Windrad im eigenwillig gestarteten Hotelturm soll Eco-City mit Energie versorgen. Foto: mag
Von Marion Göhring.
Was ist mit Eco-City los? Das ökologische Vorzeigeprojekt auf dem Gelände der ehemaligen New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie hat einen weiteren Fehlstart hingelegt. Der Harburger Stadtplanungsausschuss hat eine Entscheidung vertagt.
„Das Konzept ist weitgehend unausgegoren“, sagt CDU-Kreischef Ralf-Dieter Fischer. GAL-Fraktionschef Ronald Preuß hält Eco-City gar für „einen Marketing-Gag mit wenig Substanz“. Da die schwarz-grüne Koalition aber längst geplatzt ist und nach den Hamburger Wahlen Ende Februar keine Mehrheit mehr hat, sind die Meinungen von Fischer und Preuß nicht ausschlaggebend.
Und auch die Befürchtung von Jürgen Duenbostel (Linke), das Projekt Eco-City könne als Bauruine enden und am Eingang zum Harburger Binnenhafen werde eines Tages ein „Betonskelett“ stehen, war nicht entscheidend.
Aber auch die SPD-Vertreter spielten nicht mit. Der Ausschussvorsitzende Muammer Kazanci warb zwar um eine Zustimmung für eine Einleitung des Bebauungsplanverfahrens für Eco-City, aber seine Partei-freunde Heinz Beeken und Manfred Schulz verweigerten ihm die Gefolgschaft. Da halfen auch eine kurze Sitzungsunterbrechung und eine SPD-interne Diskussion auf dem Flur vor dem großen Sitzungssaal im Harburger Rathaus nicht weiter.
Schließlich rettete ausgerechnet Harald Muras die Situation. Der langjährige SPD-Kreisvorsitzende hatte sich längst aufs politische Altenteil zurückgezogen, inzwischen als „zugewählter Bürger“ im Ausschuss aktiv, schlug vor, die Entscheidung um vier Wochen zu verschieben.
Das sei zwar eine Verzögerung, Eco-City habe nun aber die neue Chance, einen guten Start hinzulegen. Diesem Vorschlag folgte der Ausschuss dann auch.
Außer Kazanci hatte nur FDP-Vertreter Kurt Duwe das Wort für Eco-City erhoben: „Ich kann diese Bedenkenträgerei nicht unterstützen.“
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