Sind KlimaschützerInnen verantwortlich für erhöhten CO2-Ausstoß?

Wann? 18.11.2011

Wo? Messegelände, Sankt Petersburger Straße, 20355 Hamburg DE
Fernwärme
Hamburg: Messegelände | So zumindest scheint es nach der Lektüre der Online Ausgabe des Hamburger Abendblatts.
Tatsächlich hätte Wedel längst durch ein hocheffizientes Gaskraftwerk abgelöst werden können. Denn ein solches kann in wesentlich kürzerer Zeit fertig gestellt werden als ein Kohlekraftwerk. Würde dieses allerdings stehen, hätte Vattenfall es sehr schwer zu argumentieren, warum in Moorburg ein Steinkohlekraftwerk ans Netz gehen soll. Letzteres lässt sich nicht flexibel regeln und ist für die wechselnde Einspeisung von erneuerbaren nicht geeignet.
Das Hamburger Institut für Energie und Klimapolitik, arrhenius, im Oktober 2010 im Auftrag der Hamburger Umweltbehörde ein Gutachten erstellt, um zu zeigen, wie die Klimaziele von Hamburg erreichbar sind. Das Gutachten betont, wie klimaschädlich eine mit Kohle aus dem im Bau befindlichen Kraftwerk Moorburg befeuerte Fernwärmetrasse wäre und dass die Klimaziele nicht erreicht werden könnten. Die dringende Reduzierung der klimaschädlichen CO2-Emissionen wäre nicht machbar. Außerdem wäre der Umbau des Fernwärmenetzes für den Einsatz erneuerbarer Energien auf lange Sicht blockiert.

Bei "Fernwärme" denken viele Menschen, hier würde lediglich die Abwärme des Kraftwerks genutzt. Das ist falsch. Für die Fernwärme wird zusätzliche Kohle verbrannt. Wird Fernwärme ausgekoppelt, wird für die gleiche Menge Stromerzeugung im Kraftwerk Moorburg mehr Steinkohle dann benötigt oder anders gesagt bei gleicher Kohlezufuhr kommt dann weniger Strom am Ende der Turbine raus.
Bereits im Schwarzbuch Vattenfall (S. 14), welches Greenpeace 2008 herausgegeben hatte, kritisierte die Umweltorganisation, dass die Energiebilanz von KoKW Moorburg auch mit Fernwärmeauskopplung schlechter ist als die des alten Kraftwerks in Wedel.

Der Konzern verweigert zudem die Herausgabe der Unterlagen über den Zustand und damit auch über den Wert des Strom- und Fernwärmenetzes und bestreitet insbesondere bei der Fernwärme grundsätzlich die Möglichkeit der Kündigung der Netzbetreiber-Konzession für 2014. Dennoch verhandelt Olaf Scholz geheim mit Vattenfall statt mit dem Volksbegehren "Unser Hamburg Unser Netz". Das Volksbegehren tritt für eine 100-prozentige Übernahme der Netze in öffentliche Hand ein. Olaf Scholz möchte dem Vattenfallkonzern, der unsere Stadt in der Vergangenheit auf 1,4 Mrd EUR verklagt hatte, 75 Prozent überlassen.

Am 18.11. wird es im Rahmen des Einwendungsverfahrens einen nichtöffentlichen Erörterungstermin geben. Nur die EinwenderInnen und direkten AnwohnerInnen sind zugelassen.
Im Detail:
http://moorburgtrasse-stoppen.blogspot.com/2011/10...
Wer nicht zu diesem Personenkreis gehört und findet, dass dieses Verfahren nicht den Stempel "behördlich geprüft und demokratisch legitimiert" verdient, möge an diesem Werktag um 8.30 Uhr in der Petersburger Straße 1 (Messegelände) einfinden.
Nachmittags um 16.30 Uhr findet am selben Tag eine Anhörung zum Volksbegehren im Rathaus statt.
http://unser-netz-hamburg.de/
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