Längere Wartezeiten im Ausländeramt

Bernhard Schleiden, Chef des Harburger Bürgeramtes zeigt, wie weit die Umbaumaßnahmen in der Ausländerabteilung sind. Foto: sl
Von Sabine Langner/Olaf Zimmermann.
Über zu wenig Beschäftigung können die neun Mitarbeiter der Ausländerabteilung im Bezirksamt nicht klagen. Jeden Monat bearbeiten sie die Anliegen von rund 1.000 Personen. Ab September gibt’s noch mehr zu tun. Dann werden bundesweit so genannte „Elektronische Aufenthaltstitel“ (EAT) eingeführt. Konsequenz: Der Zeitaufwand pro Fall wird deutlich länger - die Wartezeiten für die Besucher auch. Denn drei zusätzliche Mitarbeiter wären nötig, um die Mehrarbeit zu bewältigen. „Wir haben den Bedarf bei der Finanzbehörde angemeldet“, sagt Bezirksamtssprecherin Petra Schulz.
Hintergrund: „Analog zum elektronischen Personalausweis bekommen auch Ausländer einen neuen Ausweis“, erläutert Bernhard Schleiden, Chef des Harburger Bürgerzentrums. „Zukünftig sind zusätzlich zu dem biometrischen
Passbild und der Unterschrift auch Fingerabdrücke vorgeschrieben. Alle Daten werden anschließend auf der kleinen Karte gespeichert.“
Weil die Daten nach der Erfassung erst mal zur Bundesdruckerei nach Berlin geschickt werden, gehen die Mitarbeiter davon aus, dass sich die Zeiten von der Antragstellung bis zum Erhalt des neuen EAT deutlich verlängern werden. „Auch die Abnahme von Fingerabdrücken mit einem Scanner und die Aufklärung, was sich jetzt verändert, bedeutet für uns mehr Beratungsbedarf“, ergänzt Monika Dieck, Leiterin der Ausländerabteilung.
Wichtig: Ausländische Mitbürger sollten längere Bearbeitungszeiten einplanen. Monika Dieck: „Wer eine Reise plant, sollte unbedingt acht bis zehn Wochen vorher kommen.“
In der Harburger Ausländerabteilung versucht man, sich auf die EAT-Einführung vorzubereiten. Derzeit wird die Abteilung im zweiten Stock des Bürgerzentrums für rund 50.000 Euro umgestaltet. Statt zwei wird es bald fünf Schalter geben.
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