Kein Discounter am Ernst-Bergeest-Weg

Seit über drei Jahren steht die ehemalige Werkstatt der Firma Raffay leer. Zuletzt interessierte sich Aldi für das Gelände. Ein Pachtvertrag bis 2016 sieht KFZ-Gebundenes Gewerbe vor. Foto: ast
Von Andrea Stein.
Die VW-Tochter Raffay betrieb 40 Jahre lang einen gut gehenden Autohandel und eine Werkstatt im Ernst-Bergeest-Weg in Marmstorf. Dann zog der Automobilkonzern die 20 Mitarbeiter ab und verteilte sie auf die modernen Showrooms in Hamburg, vornehmlich in das große Autohaus im Großmoorbogen. Seit über drei Jahren stehen die Werkstatt und das Verkaufshaus in Marmstorf leer und verkommen zusehends: Müll, zerbrochene Fensterscheiben, Unkraut – ein Schandfleck, der, geht es nach den Anwohnern, schnell verschwinden sollte.
Schon 2002 hatte Discounter Lidl versucht, sich auf dem Gelände anzusiedeln, doch damals war Raffay noch fest im Sattel. Außerdem existiert ein Pachtvertrag mit den Eigentümern, einer Marmstorfer Erbengemeinschaft. Und der gilt bis zum Jahr 2016.
Als Raffay schließlich 2007 das Feld räumte, geschah erst einmal nicht – bis zuletzt Aldi Interesse anmeldete. Der Discounter hatte offensichtlich geplant, den Laden im Beutnerring aufzugeben und stattdessen auf dem Raffay-Gelände neu zu bauen. Für Anwohner Oliver Graetzer keine schlechte Alternative. Die Marmstorfer Familie besitzt ein Haus auf einem Grundstück, das bei einem Discounter-Neubau ebenfalls benötigt worden wäre. Über den Verkauf war man sich mit Aldi schnell einig und die Familie hatte bereits ein neues Zuhause in Aussicht.
Doch dann kam alles anders: Die SPD, neugewählte Regierungspartei, will dort offensichtlich keinen Discounter – sie setzt auf Wohnungsbau. „Aldi hat doch bereits einen Standort in einem Gewerbegebiet“, so SPD-Fraktionsvorsitzender Jürgen Heimath. Er kann sich schwer vorstellen, dass die Anwohner an dieser Stelle noch mehr Verkehr ertragen wollen. „Es gibt doch bereits ein Gewerbegebiet am Beutnerring.“ Und: „Der Wunsch nach mehr Wohnungen ging übrigens quer durch die Fraktionen.“
Für Oliver Graetzer und seine Familie ist das Thema Wegzug jetzt endgültig vom Tisch. „Wir investieren jetzt in unser Haus“, sagt er und hofft, dass schleunigst irgendetwas passiert. Gerüchten zufolge will Raffay jetzt einen Gebrauchtwagenhandel eröffnen, doch bestätigen will das das Raffay-Management noch nicht: „Wir prüfen derzeit mehrere Optionen.“
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