Kastaniensterben in Harburg

Da stehen sie noch: Die beiden Rosskastanien, die am Montag gefällt werden müssen. Foto: mg
Hamburg: Harburger Rathausplatz |

Zwei Bäume auf dem Rathausplatz werden am Montag gefällt

Im Herbst färbte sich das dichte Laub der Kastanien für eine kurze Woche leuchtend rot. Der Schatten der Bäume sorgte selbst im Hochsommer in den angrenzenden Büros für ein angenehmes Klima. Damit ist es bald vorbei: Vor der ehemaligen Harburger Schwimmhalle, wo auch Verlag und Redaktion des Elbe Wochenblatts untergebracht sind, werden am Montag zwei imposante Rosskastanien gefällt – obwohl die Bäume eigentlich bis zu 300 Jahre alt werden können.
„Es muss sein“, sagt Bettina Maak, Pressesprecherin des Bezirksamtes Harburg. „Die Bäume sind mit Pseudomonas befallen. Das ist ein Bakterium, das die
Kastanien binnen kürzester Zeit zum Absterben bringen kann.“ Die Krankheit sei bereits sehr weit fortgeschritten und könne nicht mehr behandelt werden. Seit etwa fünf Jahren sterben in Norddeutschland zahlreiche Rosskastanien (siehe Kasten).
Die 70 und 86 Jahre alten Harburger Bäume „sind nicht mehr verkehrssicher“, so Maak weiter. Bei Sturm könnten sie umfallen. Mehr als einen halben Meter dick sind die Baumstämme, genau 60,6 und 74,3 Zentimeter, wie die Mitarbeiter der Abteilung Stadtgrün des Bezirksamtes nachgemessen haben.

Immerhin: Drei Kastanien auf dem Rathausplatz sind gesund


Bei einer alle sechs Monate stattfindenden Routineuntersuchung wurden die Bakterien entdeckt. Häufigere Kontrollen brächten nichts, so Maak „Auch ein frühes Erkennen des Befalls kann die Absterbeerscheinungen nicht vermeiden.“ Glück im Unglück: Am Harburger Rathausplatz stehen noch drei weitere Kastanien, die noch keine entsprechenden Symptome zeigen.
Ob und wann neue Bäume gepflanzt werden, entscheidet die Abteilung Stadtgrün voraussichtlich im Frühjahr. Dazu müssen die in den Pflanzbeeten liegenden Beregnungsanlagen entfernt und anschließend wieder eingebaut werden.

Das Sterben der Rosskastanien

Bei der ersten Entdeckung des Bakteriums in Deutschland im Jahr 2007 gab es lediglich ein Absterben der Rinde. Im Winter 2011/2012 änderte sich die Situation: Im Nordwesten Deutschlands kam es an derart befallenen Bä̈umen zu einem starken Auftreten von verschiedenen Pilzen. Inzwischen ist die Entwicklung dieser Krankheit so stark, dass man von einem Rosskastanien-Sterben sprechen muss. Diese Entwick-lung ist so rasant, dass zu befü̈rchten ist, dass der grö̈ßte Teil der Rosskastanien in den kommenden fü̈nf Jahren abgestorben sein wird.

(Quelle: Institut für Baumpflege)
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