Die Kurve nicht bekommen

Weder vor noch zurück ging es für diesen LKW, der sich beim Versuch, um die enge Kurve zu kommen, festfuhr. Foto: st
Von Steffen Kozirac.
Tief dröhnende Motorengeräusche, die scheinbar direkt aus dem Nebenzimmer kommen, ist Marion Braun aus der Woellmerstraße mittlerweile gewohnt. Doch was sich zuletzt vor ihrer Haustür abspielte, zerriss ihren Geduldspfaden. Seit Monaten nutzen 20 Meter lange Trucks den Bürgersteig und die kleine, geschundene Rasenfläche vor ihrer Haustür als Rangierfläche, um in Zentimeter-Maßarbeit rückwärts in die gegenüberliegende Querstraße zu stoßen.
Dort befindet sich in der Osterhoffstraße eine Baustelle. „Diesmal stand der Lkw direkt vor unserer Haustür und grub sich immer tiefer ein. Am Ende hing er mit dem Fahrgestell direkt über dem Deckel des Gas-anschlusses“, berichtet die Rentnerin.
Ganze vier Stunden dauerte die Bergungsaktion. So lange war die Woellmerstraße selbst für Fußgänger unpassierbar. Marion Braun versteht vor allem folgendes nicht: „Warum nehmen die so große Laster mit langen Anhängern?!“
Bauleiter und Planer Carsten Lünzmann kennt das Problem mit diesem Nadelöhr und verspricht: „Wir werden bei der nächsten Baubesprechung nochmals eindringlich darauf hinweisen, dass solche Komplikationen mit zu großen Lkw dringlichst zu vermeiden sind.“ Leider könne er nur indirekt darauf einwirken, dass nicht wieder so ein Zig-Tonner in der Kurve stecken bleibt. Lünzmann: „Wir beauftragen die Firmen, die wiederum bei verschiedenen Werken Baufahrzeuge bestellen. Da kann man viel auf die Engstelle hinweisen, aber die halten sich nicht immer daran.“
Der Verwaltung ist das Problem sehr wohl bewusst. Bezirksamts-Sprecherin Petra Schulz erklärt: „Hier liegt ein Fehlverhalten im verkehrsrechtlichen Sinne vor. Wenn der Bürgersteig beschädigt wird, dann muss der Verursacher den Schaden beseitigen“ - sofern er denn geschnappt wird.
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