Noch Hoffnung für VT Aurubis?

Nina Braack, Tylor Milton, Karine Muijlwijk, Denise Imoudu, Claire Bertram(v.l.) spielen eine erfolgreiche Saison. Doch ohne neue Sponsoren wird es im Hamburger Süden bald keinen Volleyball- Bundesligisten mehr geben. (Foto: witters sport-presse Fotos)

Bis 1. April bleibt Zeit, um neue Sponsoren für den Volleyball-Bundesligisten zu finden

Olaf Zimmermann, Süderelbe - Dem Spitzensport in Hamburg droht ein weiterer herber Verlust. Gerade erst musste der HSV Handball den Spielbetrieb einstellen, jetzt kämpft Volleyball-Erstligist VT Aurubis (VTA) ums Überleben. Bis Anfang April müssen 500.000 Euro aufgetrieben und die Unterlagen bei der Deutschen-Volleyball-Liga eingereicht werden. Sonst kann das Team um Denise Imoudu und Karine Muijlwijk in der kommenden Saison nicht mehr in der Bundesliga antreten. Bereits jetzt sind alle Verträge fristgerecht gekündigt. „Wir stehen vor dem Aus“, bestätigt VTA-Präsident Volker Stuhrmann. Eine Insolvenz droht, anders als beim HSV Handball, aber nicht. Stuhrmann: „All denen, die Geld von uns zu bekommen haben, geben wir das Geld.“
Das Problem: Im März 2014 hatte Hauptsponsor Aurubis mitgeteilt, sein Engagement nach der Saison 2015/2016 zu beenden. In dieser Spielzeit beträgt der Etat des VTA rund 550.000 Euro (davon 250.000 Euro Gehälter), von denen 90 Prozent durch Aurubis abgedeckt werden.
Seit zwei Jahren sind die Verantwortlichen auf Sponsorensuche. „Nicht immer professionell“, wie ein Mitglied des VTA-Fördervereins bemängelt, „Entscheider wurden kaum direkt angesprochen. Und Serienbriefe helfen nicht.“ Verantwortlich ist die TV Fischbek Sportmarketing GmbH. Zwei Gesellschafter, Horst Lüders und Volker Stuhrmann, halten zu gleichen Teilen rund 90 Prozent der Anteile. Beide fungieren auch als Geschäftsführer.
Für drei Szenarien gibt es Konzepte. Variante 1: Verbleib in der Ersten Liga. Hierfür werden 600.000 Euro benötigt. Die Mannschaft könnte dann als VT Hamburg spielen.
Variante 2: Falls zuwenig Geld für Variante 1 vorhanden ist, kommt ein Abstieg in die Zweite Liga in Frage. Der Etat müsste hier bei 250.000 Euro liegen. Gehaltsanteil für Spielerinnen:nur würde nur 40.000 Euro. „Ohne alte und neue Sponsoren ist ein Spielbetrieb aber auch in der Zweiten Liga nicht möglich“, so Stuhrmann.
Variante 3: Wenn es auch für Variante 2 nicht reicht, wird die Sportmarketing GmbH aufgelöst und abgewickelt, das gesamte Inventar verkauft.
Kleiner Hoffnungsschimmer: Nach Wochenblatt-Informationen wurde bei der Sponsorensuche ein erster großer Erfolg erzielt. Und auch der Bezirk will helfen: Die Namensrechte der CU-Arena in Neugraben könnten an einen Sponsor vergeben werden.

Stellungnahme von Aurubis
Ist es richtig, dass Aurubis die (Volleyball-)Nachwuchsarbeit des VT Aurubis auch nach Ende dieser Saison weiterhin unterstützt?
Antwort Ulf Bauer, Leiter Konzernkommunikation Aurubis: „Nein. Dazu gibt es vonseiten Aurubis keine Zusage.“

Wird sich Aurubis statt im Bundesliga-Volleyball künftig in anderen Bereichen des Hamburger (Profi-) Sports engagieren?
Ulf Bauer: „Mit der Ankündigung Anfang 2014, das Sponsoring der VT Aurubis-Profis mit Ablauf der Spielzeit 2015/2016 zu beenden, schließt 2016 ein Engagement, das Aurubis über 13 Jahre begleitet hat. Dabei wird es bleiben. Dies haben wir gegenüber dem VT Aurubis in unseren Gesprächen in den vergangenen Jahren stets und wiederholt klargemacht.
Dies schließt mit ein, dass Aurubis kein anderes Profi-Sportsponsoring in Hamburg eingehen wird. Aber, wir bleiben in Hamburg und im Hamburger Sport aktiv. Ein ganz aktuelles Beispiel: wir unterstützen das Projekt zur Jugend- und Nachwuchsförderung „Learn 4 Life“ der Inselakademie Wilhelmsburg für die Dauer von drei Jahren. Das Projekt hat zum Ziel, Kindern aus „bildungsferneren Milieus“, oftmals Kindern mit Migrationshintergrund, über Basketballprojekte und –camps die Freude am Sport, an Teamgeist, Leistungsorientierung, Erfolgserlebnissen, an Zielstrebigkeit und Durchhaltevermögen zu vermitteln.
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