Zum Abschied gab es viele Tränen

Die letzte Hortgruppe der Kita Cornelius: Die Mädchen und Jungen aus Fischbek und Sandbek werden jetzt nachmittags an ihren Schulen betreut. (Foto: pr)

Mit Einführung der Ganztagsschule löst die Fischbeker Kita Cornelius ihre Hortgruppe nach 40 Jahren auf

Ich habe noch nie so viele Kindertränen trocknen müssen wie in den letzten Wochen“, erzählt Gabriele Tarkhani. Nicht nur für die Hortkinder sei der Abschied sehr schwer gewesen, auch der Erzieherin ging er an die Nieren. „Jetzt gibt es das ers-te Mal seit 40 Jahren kein einziges Schulkind mehr hier“, sagt die stellvertretende Kita-Leite-rin. Tarkhani hat 26 Jahre lang die Gruppe 6- bis 14-jähriger Mädchen und Jungen betreut, die jeden Tag nach der Schule in die evangelischen Kindertagesstelle Cornelius in Fischbek kam. Mit der Umstellung der Grundschulen auf Ganztagsbetreuung zum neuen Schuljahr ist diese Gruppe nun aufgelöst worden.
Auch wenn sie die Kinder ungern gehen sieht, betont die Fischbekerin: „Ich bin völlig zuversichtlich, dass sie auch an den Schulen eine tolle Betreuung bekommen.“ Doch für ihre Kita sei es ein großer Verlust, die älteren Kinder zu verlieren. „Die Hortkinder waren eine große Bereicherung. Sie haben sich um die Kleinen gekümmert und die konnten sich an den Großen orientieren“, sagt die 57-Jährige.
Viele der Mädchen und Jungen kamen schon als Babys in die Kita. Im Laufe der Jahre sei man zusammengewachsen, erzählt Tarkhani. Wie stark sie die gemeinsame Zeit prägen würde, sehe man daran, dass einige noch nach vielen Jahren hin und wieder in die Kita kommen. „20 und 30-Jährige erzählen uns, was sie für eine schöne Kindheit hier hatten“, sagt Tarkhani. Eine Begegnung vor Kurzem hat sie besonders gefreut. „Ein 19-Jähriger war hier und hat das Schachspiel gesehen, mit dem er früher gespielt hatte. Das durfte er sich als Andenken mitnehmen“, erzählt sie.
Zurzeit plant die Kita-Leitung, alle Horträume zu renovieren und für eine neue Gruppe mit Kindern zwischen zwei und sechs Jahren auszustatten. Sie soll die Lücke füllen, die rund 25 Hortkinder in der Einrichtung hinterlassen haben, in der bisher 84 Kinder betreut wurden.
Im Süderelberaum haben laut Angaben der zuständigen Sozialbehörde bis Ende Juli noch 20 Kindertageseinrichtungen Hortkinder betreut. Zurzeit kooperieren fünf Kitas bei der Nachmittagsbetreuung mit Grundschulen, sechs Schulen bieten die Betreuung eigenständig an.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.