Zaun demoliert – steckt dahinter Sabotage?

„Das ist kein Dummer-Jungen-Streich mehr,“ findet Erntezeit-Organisator Henry Vickery (r.). Nachdem bereits Anfang des Jahres jemand Löcher in den Zaun geschnitten hatte, wurden nun ganze 60 Meter Zaun zerstört und teilweise gestohlen. Gemeinsam mit den Erntezeitlern Michael Haase (l.) und Björn Purwin (Mitte) baut er den Zaun wieder auf. (Foto: Steffen Kozieraz)

Vandalismus beim Fischbeker Gartenprojekt „Erntezeit“ – Polizei ermittelt

von Steffen Kozieraz, Fischbek
Jule und Henry Vickery und die Teilnehmer des Urban Gardening-Projektes „Erntezeit“ in Fischbek kommen nicht zur Ruhe. Nachdem Unbekannte seit Ende vergangenen Jahres mehrmals den Zaun, der die Gemüsebeete vor dem Wild schützt, zerschnitten hatten, traute Henry Vickery am vergangenen Sonntag seinen Augen kaum: Auf einer Länge von 60 Meter war der Zaun zerstört, die Metallpfosten waren in den Wald geworfen und teils entwendet, und auch einige Holzpflöcke auf den Beeten wurden umgeworfen. „Das ist kein Dummer-Jungen-Streich mehr. Da hat jemand gezielt mit Bolzenschneider und Drahtschere gearbeitet,“ empört sich Henry Vickery.
Noch skandalöser macht es die Tatzeit am helllichten Tag. So zeigen sich die Vickerys auch enttäuscht darüber, dass keiner der Nachbarn hingeschaut und rechtzeitig die Polizei informiert hat. Die hat nun eine Strafanzeige wegen Diebstahl zu verfolgen und dafür gerade mal zwei Zeugenaussagen. Ein Nachbar habe einen Erwachsenen mit Zaunpfählen weggehen sehen, und eine Spaziergängerin beobachtete dort Jugendliche. Der Leiter des Kriminalermittlungsdiens-tes Gerhard Sitz vermutet, dass es dem dreisten Dieb um die Verwertung der Metalle geht und meint: „Es gibt Menschen, die Metalle klauen und verwerten.“
Doch an dieses Motiv glaubt bei „Erntezeit“ niemand. „Wenn jemand Material stehlen wollte, hätte er nur die Metallpfähle rausgemacht,“ so Henry Vickery, der seine Material- und Reparaturkosten auf 400 Euro schätzt. „Erntezeitler“ Michael Haase aus Hausbruch spricht aus, was für viele offensichtlich ist: „Letztes Jahr hat man versucht unser Gartenprojekt politisch zu verhindern, nun versucht man es auf diese Weise.“
Nachdem im vergangenen Jahr nach einer Unterschriftenaktion von Fischbeker Anwohnern die „Erntezeit“ unter Auflagen starten durfte, scheint zwischen Anwohner und „Erntezeitlern“ nun alles geklärt. Zu den Gegnern des ökologischen Projekts möchten sich zwei direkte Nachbarn nicht zählen. Sie haben keine Problem mit den Gärtnern. Ein Problem haben auf jeden Fall die Erntezeitler, die nun um eine reiche Ernte bangen müssen.
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