Wohin mit den Gassibeuteln?

Mit ihrer vier Jahre alten Rottweiler-Hündin Kira macht sich Christine B. nur selten auf den Weg zur Hundeauslauffläche am Rehrstieg. „Die Wiese ist viel zu klein. Wir gehen lieber zum Kiesbarg“, sagt die Neuwiedenthalerin. Mülleimer habe sie dort aber noch nicht entdeckt. „Da trägt man die Kotbeutel durch die Walachei!“

Neuwiedenthal: Hundebesitzerin klagt über zu wenig Mülleimer im Stadtteil

"Man schimpft immer über Hundebesitzer, die Hundehaufen nicht entsorgen, aber wo sollen wir damit hin? Es gibt viel zu wenig Mülleimer!“, sagt Christine B., die ihren Namen lieber nicht in der Zeitung lesen will, verärgert. Die Neuwieden-thalerin geht drei Mal täglich mit ihrer Rottweiler-Hündin Kira Gassi. Die schwarzen Beutel von der Stadtreinigung hat sie immer dabei. „Ich muss nicht alle 200 Meter einen Mülleimer stehen haben, aber es ist schon gut zu wissen, da kommt bald mal was. Dann ist man auch motiviert, die vollen Tüten mitzuschleppen“, meint die Hundehalterin. „Sie in der Tasche zu haben, ist schon eklig. Besonders im Sommer.“
Doch wo fehlen Mülleimer? Fast überall, meint B.. „In den Wohngebieten sind praktisch keine vorhanden, in den Grünanlagen sind es zu wenige, und an der Hundefläche Kieskule fehlen sie auch. Dabei gibt es hier viele Hundebesitzer, die alle Steuern zahlen“, ärgert sie sich. Nur auf der Kleingartenanlage Neugrabener Moor, wo B. am liebsten mit Kira spazieren gehe, habe es immer genügend Mülleimer gegeben – bis letztes Jahr. „Da wurden alle abmontiert“, erzählt B. verwundert.
Dieter Braukmüller, Vorsitzender des Kleingartenvereins, erklärt, warum: „Wir mussten sie abnehmen, um unser Rattenproblem in den Griff zu kriegen.“ In den acht Mülleimern, die für kleinere Abfälle und auch Gassibeutel gedacht waren, landeten Hausmüll und Essensreste, die Nagetiere anlockten.
Spaziergänger und Hundebesitzer könnten jetzt den Container am Vereinshaus benutzen. Das scheinen aber nur wenige zu wissen. „Sie schmeißen die vollen Gassibeutel irgendwo hin oder lassen die Hundehaufen einfach liegen“, berichtet Braukmüller. „Das ist ein großes Problem bei uns.“
Für Mülleimer in Wohngebieten ist die Stadtreinigung zuständig. „Diese Straßen werden in der Regel von Anwohnern frequentiert, die ihre Hausmülltonne benutzen können“, erklärt Sprecher Andree Möller. Deshalb stelle man in Wohngebieten keine Mülleimer auf. Sie zu zu leeren und zu pflegen wäre zu teuer.
Zumindest im kleinen Park an der S-Bahn-Strecke nach Neugraben könnte bald ein neuer Mülleimer stehen. „Das prüfen wir zurzeit“, so Bezirksamt-Sprecherin Beatrice Göhring. Und auch am Kiesbarg hat sich bereits etwas getan. Dort steht seit einem halben Jahr an der Ecke Thiemannstraße ein Eimer. Aufgestellt auf Bitten der Anwohner, die neben der Hundewiese wohnen.


Hunde im Bezirk Harburg:
Insgesamt sind im Bezirk Harburg 4.605 Hunde gemeldet (Stand September 2012).
Pro Tier werden jährlich 90 Euro Hundesteuer fällig, für gefährliche Hunde sind es 600 Euro pro Jahr (insgesamt gibt es in Hamburg lediglich 63 dieser Hunde). Laut Finanzbehörde zahlen Hundebesitzer im Bezirk etwa 450.000 Euro Hundesteuer. Das Geld fließt in den Gesamthaushalt der Stadt Hamburg und nicht in die Kasse des Bezirks.
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2 Kommentare
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Jürgen Lohse aus Neugraben | 12.02.2013 | 22:50  
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K. Meser aus Harburg | 13.02.2013 | 08:47  
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