Wohin mit den Flüchtlingen?

Im Flüchtlingsdorf Lokstedt nahe Hagenbecks Tierpark sind überwiegend Familien untergekommen. 90 Container wurden auf einem Parkplatz aufgebaut. (Foto: carsten vitt)

Auch im Bezirk Harburg werden Standorte für Unterkünfte benötigt – erste Wahl: Cuxhavener Straße bei der ehemaligen Röttiger Kaserne

von Olaf Zimmermann, Hamburg-Süd
Hamburg benötigt dringend Wohnraum für Flüchtlinge. Auch im Bezirk Harburg wird eine weitere Notunterkunft errichtet. Das steht fest. Über den Standort hat der Senat noch nicht entschieden, doch erscheint eine Fläche an der Cuxhavener Straße, gegenüber der ehemaligen Röttiger-Kaserne, erste Wahl zu sein.
„Wir streben eine gerechtere Verteilung auf den gesamten Bezirk an. Auch in Süderelbe müssen die Lasten mitgetragen werden“, sagt Harburgs SPD-Fraktionschef Jürgen Heimath. „Bis Ende des Jahres könnte der Standort Cuxhavener Straße in Angriff genommen werden.“
In der Innenbehörde wird dis-kutiert, die Zentrale Erstaufnahme für Flüchtlinge im leerstehenden Ex-Postamt am Neuländer Platz unterzubringen, in Nachbarschaft zu den Unterkünften Lewenwerder und Wetterstraße. „Das ist kein Vorschlag des Bezirks“, macht Harburgs Sozialdezernent Holger Stuhlmann deutlich. Jürgen Heimath verspricht: „Das lehnen wir eindeutig ab.“ Harburgs CDU-Chef Ralf-Dieter Fischer will nichts ausschließen: „Alles muss auf den Prüfstand.“
Allerdings, so Fischer, wäre das ehemalige Hauptzollamt an der Buxtehuder Straße wesentlich sinnvoller gewesen. „Das ist angeboten worden.“ „Die Behörde wollte das Hauptzollamt nicht“, weiß SPD-Mann Heimath, „ich habe diese Haltung nicht verstanden.“
Klar ist: Im Bezirk wird weiter intensiv nach geeigneten Flächen für Flüchtlingsunterkünfte gesucht. Neben dem Gelände bei der Röttiger-Kaserne soll an der Cuxhavener Straße eine weitere Fläche in Frage kommen.
Ralf-Dieter Fischer: „Über Jahre leer stehende Gebäude können kein Tabu sein. Eine Unterbringung in großen Containerdörfern ist nicht angemessen.“ Die in Neuenfelde leer stehenden Häuser gehören sogar der Stadt.

Info:
Im ersten Halbjahr 2013 haben rund 43.000 Menschen Asylanträge in Deutschland gestellt. Für das ganze Jahr werden über 100.000 Anträge erwartet. Die meisten Flüchtlinge stammen aus Tschetschenien, aus Staaten des westlichen Balkan sowie aus Syrien, Afghanistan, Iran, Irak und Somalia. Von neu einreisenden Asylbewerbern nimmt Hamburg 2,55 Prozent auf.
In Harburg stehen in den Unterkünften von „fördern & wohnen“ bislang insgesamt 627 Plätze zur Verfügung. f&w beschäftigt Personal für die Betreuung der Flüchtlinge (Betreuungsschlüssel 1:97) sowie für den Technischen Dienst in den Unterkünften (1:160).
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