Wochenmarkt top, Einkaufszentrum flop

Der Wochenmarkt gehört für Hannelore Wagner (64) zu den Highlights der Neugrabener Innenstadt. Hingegen kritisiert sie den ungenügenden Branchenmix und die Konzeptlosigkeit im „fast toten“ Süderelbe Einkaufszentrum (SEZ). (Foto: sk)

Aus der Reihe: Menschen erzählen, wie es sich hier leben lässt

von Steffen Kozieraz

Wie die meisten ihrer Nachbarn in Fischbek zog Hannelore Wagner Ende der 60er Jahre in die neu entstandene Siedlung am idyllischen Heiderand. „Ich fühle mich sehr wohl in meinem Viertel. Man kennt sich unter Nachbarn hier sehr gut, hat seine Kinder zusammen groß gezogen,“ erzählt die 64-jährige Witwe.
Gerne schlendert sie über den Neugrabener Wochenmarkt und findet diesen prima: „Drei Mal pro Woche Markt ist in Ordnung. Es sind in letzter Zeit sogar Stände hinzugekommen. Das belebt auch die Fußgängerzone.“ Hingegen sei der Branchenmix in der Neugrabener City gar nicht ausgewogen. „Es fehlen einige Fachgeschäfte, etwa für Lederwaren oder Geschenkartikel. Und das SEZ ist schon fast tot. Da sind wohl die Mieten zu hoch, und die haben auch kein Konzept, wie sie das wieder beleben können,“ so die Rentnerin. Gespannt ist sie auf das neue Bürgerzentrum, wo sie bisher noch nicht war. „Weil es etwas abseits liegt. Doch jetzt zum Einweihungsfest will ich mir das mal anschauen,“ so die jung gebliebene Fischbekerin, die als Laienschauspielerin in Harburg aktiv ist. Die nahen Hochhaussiedlungen Neuwiedenthal und Petershof findet sie „nicht so prickelnd“, lobt aber das Bemühen der Wohnungsbaugesellschaft: „Nun hat die Saga für jeden Hauseingang einen Hausmeister eingestellt. Das ist sehr sinnvoll.“ In ihrer Siedlung registriert die alteingesessene Fischbekerin einen zunehmenden Migrantenanteil und sieht da auch Probleme: „Einige in den Nachbarblöcken integrieren sich leider nicht. Sie halten sich nicht an die Hausordnung, und der Müll wird irgendwo hingeworfen.“ Es handele sich dabei um einige Russlanddeutsche, während Polen und Türken sich wesentlich besser integriert hätten, erklärt Hannelore Wagner. Eine Zeit lang wollte sie nach Altona ziehen, zumal auch ihre beiden erwachsenen Söhne da wohnen.
Doch die längeren Wege dort zum Einkaufen und die Parkplatznot hielten sie in Fischbek. „Einkaufen und Parken kann ich hier bequemer. Und die Mieten in Altona sind auch viel zu hoch.“
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