Wo bleibt die Post?

Da hilft auch kein geduldiges Warten: Gähnende Leere ist alles, was Henry Gregor in den vergangenen Tagen in seinem Briefkasten sah. Foto: wit

Neugraben-Fischbek: Anwohner warten tagelang
vergeblich auf wichtige Unterlagen – nicht zum ersten Mal

Wittenburg/ Istel, Neugraben-Fischbek.
Seit zehn Jahren wohnt Henry Gregor im Scheideholzweg – quasi direkt neben dem Postgebäude. Aber seit mindestens zwei Kalenderwochen herrscht im Briefkasten des Staplerfahrers im Schichtdienst gähnende Leere! Und er ist nicht allein betroffen.
„Es ist seit über vierzehn Tagen die gleiche enttäuschende Prozedur. Immer wieder gehe ich hoffnungsvoll zu meinem Briefkasten vorm Haus, aber immer wieder fällt mein Blick ins Leere, und dabei erwarte ich zwei wichtige Briefsendungen“, sagt er verärgert.
Kein Einzelfall! Denn auch im Bereich des nördlichen Rehrstieg und der Francoper Straße warteten viele Anwohner seit Tagen vergeblich auf Post. So richtig hart trifft es Kerstin Nürnberg – und das schon seit Jahren. „Es fing schon vor mehr als drei Jahren an, dass am Montag keine Post zugestellt wurde. Seit über einem Jahr erfolgt die Zustellung nur noch zwei- bis dreimal pro Woche. Seit neuestem nur noch einmal pro Woche. Vergangene Woche waren wir sogar neun Tage ohne Zustellung“, sagt die Anwohnerin der Straße Holtknebel.
Doch das ist noch lange nicht alles. „Das Allerschlimmste ist jedoch das Verschwinden wichtiger oder teurer Sendungen. Ein kleines Päckchen, das sich laut Internetverfolgung schon kurz vor der Zustellung befand, ist seit Sommer verschwunden. Vertrauliche Briefe von Banken und Versicherungen verschwinden oder erreichen uns auf Nachfrage erst nachdem der Absender sie zum dritten Mal zuschickte.“
Was sagt die Post dazu? Sprecher Martin Grundler: „Wir bedauern den momentanen Zustand sehr und entschuldigen uns in aller Form bei betroffenen Kundinnen und Kunden.

Weihnachtspost lieber
per E-Mail verschicken

Gerade haben wir einen sehr hohen Krankenstand zu verzeichnen, wodurch es in einigen Gebieten in Hamburgs Süden punktuell zu Verzögerungen bei der Postzustellung kommen kann. Unsere Mitarbeiter leisten das Menschenmögliche und das Unternehmen ist zudem bemüht, durch Neueinstellungen Abhilfe zu schaffen.“
Schon heute ist für Henry Gregor klar: „Ich werde meine Weihnachtspost in diesem Jahr wohl erstmals per E-Mail verschicken, denn so bin ich mir sicher, dass meine Nachricht nicht erst an Silvester beim Empfänger ankommt.“


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