Wirrwarr um Häuser

Um das Haus am Moorburger Kirchdeich 7 gab es in der letzten Zeit einige Verwirrung. Nachdem zuerst von Abriss die Rede war, bestätigt die Finanzbehörde nun, dass das Gebäude saniert werden soll. (Foto: Foto: pr)

Leerstehendes Haus am Moorburger Kirchendeich 7 wird saniert – vier weiteren Häusern droht noch der Abriss

von Annekatrin Buruck, Moorburg
Die Aufregung um Moorburg reißt nicht ab. Neben der Entrüstung über die Unterbringung der ehemaligen Sicherungsverwahrten schwelt auch der Konflikt um leerstehende Häuser weiter. In den letzten Tagen sorgte besonders das Haus am Moorburger Kirchdeich 7 für Aufregung. „Die Finanzbehörde und die Saga planen, das Gebäude abzureißen“, hatte Moorburg-Aktivist Rainer Böhrnsen erklärt. Dem widerspricht Björn Domroese, Referent von Finanzsenator Peter Tschentscher. „Das Gebäude Moorburger Kirchdeich 7 wird saniert“, versichert Domroese.
Böhrnsen ist erfreut, aber auch erstaunt. In einem Protokoll des Ständigen Gesprächskreises aus dem Mai sei noch von Abriss die Rede gewesen. In einem späteren Protokoll habe es dann geheißen, dass weitere Objekte saniert werden sollen, ohne diese jedoch genau zu nennen. „Ich glaube, die Sanierung des Hauses am Moorburger Kirchdeich 7 ist ein Trostpflaster für die Unterbringung der ehemaligen Sicherungsverwahrten“, vermutet er.
Zurzeit stehen 14 Gebäude in Moorburg leer, von denen laut Finanzbehörde – dem Besitzer der Häuser – zehn saniert werden sollen. „Zu den vier weiteren Objekten laufen noch die Gespräche mit dem Ständigen Gesprächskreis Moorburg“, bestätigte Björn Domroese. Saniert werden sollen sie, wenn es nicht mehr kostet als ein Neubau.
Doch gerade hier liege das Problem. Denn zum Zustand der Häuser gebe es keine unabhängigen Gutachten, bemängelt Böhrnsen. „Die Berechnungen der Saga sind parteiisch“, kritisiert er. Externe Gutachten kos-ten viel Geld, das besser in die Sanierung investiert werden sollte, entgegnet Daniel Stricker, Sprecher der Finanzbehörde. Seine Behörde beauftrage die Saga daher, den Zustand der Häuser festzustellen und die Kosten für die Sanierung zu ermitteln. „Dafür hat die Saga auch den nötigen Sachverstand“, so Stricker.
Bei Grenzfällen werde das weitere Vorgehen mit den Bürgern abgestimmt. „Wir hatten gemeinsame Besichtigungen mit den Moorburgern und der Saga“, erklärt Stricker.
Damit kann auch der Ständige Gesprächskreis Moorburg leben. Er wünscht sich externe Gutachten nur für den Fall, dass die Einschätzung von Gebäuden strittig sei. „Das ist bis jetzt nicht der Fall“, erklärte Heike Herder, Vorsitzende des Arbeitskreises Infrastruktur, die sich mit dem Zustand der Gebäude beschäftigt.
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