Wird Moorburg zugebaut?

Das Grundstück wurde an die Saga/GWG verkauft. Jetzt ist die Zukunft des leer stehenden Hauses Nehusweg 1 völlig ungewiss. (Foto: mag)

Stadt verkauft bebaute und unbebaute Grundstücke an Saga/ GWG –
Angst der Anwohner: Dorf wird mit neuen Häusern kaputt gemacht

Bernhard Bruno, Moorburg – Obwohl die Stadt mal eben rund 120 Millionen Euro umgebucht hatte, blieb Anfang des Jahres zunächst alles ruhig. Mit der Nachricht, der Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) habe seine Wohnungen an die Saga/GWG verkauft, konnten die meisten nicht viel anfangen. Erst als Details bekannt wurden, gab es einen Aufschrei. Denn mit dem „Deal“ sind auch 288 „Einheiten“ in Moorburg und Francop vertickert worden – und das ist nun einmal hochsensibles Gebiet. Eine Passage in der Senatsdrucksache hatte die Kritiker besonders stutzig gemacht: Mit dem Verkauf an die Saga/GWG solle „der Bau von jährlich 6.000 Wohnungen in Hamburg – davon 2.000 geförderte Mietwohnungen – auch in der längerfristigen Perspektive verstetigt werden“.
Der Moorburger Rainer Böhrnsen, lange Jahre Sprecher des Rundes Tischs und Kämpfer gegen die Hafenerweiterung, hatte gleich eine böse Ahnung: „In Moorburg sind auch unbebaute Grundstücke verkauft worden.“ Da läge es doch nahe, dass die Saga/GWG sie im Auftrag der Stadt mit Billig-Wohnungsbau zupflastere. Doch verdichteter Wohnungsbau würde den eher ländlichen Charakter Moorburgs nachhaltig verändern.

Definitiv keine Neubauten geplant

Die Grünen wollten es genau wissen und baten Vertreter der Saga/GWG in den Stadtplanungsausschuss. Dort beendete nun Ulrike Jensen, Prokuristin und Bereichsleiterin Bestandsbewirtschaftung, zumindest einige Spekulationen. In Moorburg und Francop seien definitiv keine Neubauten geplant. Bei allen anderen Wohnungen ändere sich nichts, sie würden so behandelt wie bisher.
Grünen-Fraktionschefin Britta Herrmann kritisierte, dass in keinem Ausschuss vorher über den Verkauf informiert wurde und die Politik davon zuerst aus den Medien erfahren habe. Wie Rainer Böhrnsen wundert sie sich darüber, dass der Saga/GWG ein Erbbaurecht über 75 Jahre samt anteiliger Entschädigung bei vorzeitigem Hafenausbau auf Kosten von Moorburg eingeräumt worden sei. Private Eigentümer würden aber nur bis 2035 entschädigt. Böhrnsen: „Das ist eine Ungleichbehandlung.“
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