Wird jetzt alles enger bebaut?

Oberbaudirektor Jörn Walter will kein Gewerbe am Eingang zum Heidbrook, sondern Wohnungen bauen lassen

Andreas Göhring, Neugraben – Hamburgs Oberbaudirektor Jörn Walter ist ein Grenzgänger. Auf der Suche nach neuen Flächen für den Wohnungsbau geht er gelegentlich bis zum Äußersten – meistens nur verbal. Er will provozieren und den einen oder anderen Kommunalpolitiker dabei helfen umzudenken. Jetzt hat er bei der Monatsveranstaltung des Wirtschaftsvereins für den Hamburger Süden provoziert: „Wir müssen uns überlegen, ob wir den geplanten Gewerberiegel zwischen dem Neubauquartier Fischbeker Heidbrook und der B73 nicht besser für den Wohnungsbau nutzen. Und wenn wir schon einmal dabei sind: Auf dem schmalen Streifen zwischen Quartierspark Vogelkamp und der Bahn könnten ebenfalls Wohnungen entstehen.“
Als er das sagte, ahnte Walter auch, von welcher Seite ihm Wind von vorne drohte: „Ich weiß, dass es den einen oder anderen Kommunalpolitiker gibt, der bedingungslos an einer bestimmten Obergrenze für die Zahl der Wohneinheiten im Heidbrook festhält.“ Er solle sich aber überlegen, dass die Wohnungen an der B73 den Charakter des restlichen Quartiers in keiner Weise negativ beeinflussen würden.

Finanzbehörde möchte möglichst viele Wohnungen

Insider wissen, welchen Kommunalpolitiker Walter gemeint hat: CDU-Kreischef Ralf-Dieter Fischer. Für ihn sind 690 Wohneinheiten das maximal Erträgliche. Um diese Obergrenze hat er gekämpft und vor allem aufgepasst, dass sie nicht durch irgendwelche Tricksereien wieder aufgeweicht wird. Es ist kein Geheimnis, dass die Finanzbehörde die Zahl möglichst hoch ansetzen möchte, jede zusätzliche Wohneinheit bringt der Stadt beim Grundstücksverkauf mehr Geld ein.
In einer ersten Reaktion hat Fischer nun aber zu verstehen gegeben, dass man darüber durchaus reden könne. Wenn in einem Haus statt einer großen Wohnung vier kleine Wohnungen untergebracht würden, würde sich ja die Dichte der Bebauung nicht ändern.
SPD-Kreischef Frank Richter äußert sich zurückhaltender. Der Vorsitzende des Stadtplanungsausschusses weist darauf hin, dass ein Teil des Gewerberiegels im Heidbrook gerade einem Investor an Hand gegeben worden ist, der dort Wohnungen und Gewerbe bauen will. Und beim Vogelkamp müsse man abwarten, wo das Kombibad gebaut werden soll, das SPD und CDU in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart hatten.
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