Wird die Wiese doch bebaut?

Haben ihren Optimismus noch nicht aufgegeben: Silke Ottow (2.v.l.) mit einigen ihrer Mitstreiter für den Erhalt der Wiese. (Foto: BI Waldfrieden)

„Hundewiese“ am Falkenbergsweg ist wieder in der Diskussion als Bauland für Flüchtlingsunterkünfte

Andreas Göhring, Neugraben – Auf der Waldfrieden-Wiese am südlichen Ende des Falkenbergswegs wird keine Unterkunft für Flüchtlinge gebaut. Das ist den Anwohnern – allen voran der „Bürgerinitiative zum Erhalt des Waldfriedens“ – mehrfach versprochen worden. Und als im sogenannten „Bürgervertrag“ zwischen Stadt und der Bürgerinitiative Neugraben-Fischbek jede weitere Unterkunft im Bereich Neugraben-Fischbek ausgeschlossen wurde, schien der Waldfrieden gesichert.
Doch nun ist die Wiese plötzlich als Fläche für den Wohnungsbau im Gespräch. Zunächst einmal nur als Idee, ohne dass die Politik sie schon offiziell aufgegriffen hätte. Pikant ist die Geschichte trotzdem, denn der Anstoß kommt von Henning Reh, bekannt als zweiter Vorsitzender des SPD-Distrikts Neugraben-Fischbek. Er betont allerdings ausdrück-lich, dass er sich „lediglich als denkender Mensch“ äußert, seine Position sei nicht mit dem Distrikt abgestimmt.

„Die Wiese hat eine herausragende Bedeutung“

Henning Reh hatte das Angebot der Stadt wahrgenommen und sich in der HafenCity Universität mit Hilfe des Programms „finding places“ auf die Suche nach geeigneten Flächen gemacht. Das digitale Urteil: Die Wiese ist für Wohnungsbau geeignet. Henning Reh: „Es ist klar, dass wir noch viel mehr Wohnungen brauchen –  für Bürger, die in Hamburg bezahlbaren Wohnraum suchen, aber auch für Neubürger, egal ob aus Stuttgart oder Aleppo.“
Da könne man nur nach oben oder in die Breite gehen und da die Flächen in Hamburg allein schon durch die Landesgrenzen eingeengt sind, müsse man auch Fläche für kleinere Einheiten suchen – warum nicht auf der ökologisch nicht besonders wertvollen Wiese.
Rehs Idee bekam durch den Bürgervertrag plötzlich
Rückenwind: Dort werden zwar weitere Unterkünfte für Flüchtlinge ausgeschlossen, gleichzeitig wird das Bezirksamt aber verpflichtet, nach Flächen für „gemischte Quartiere“ zu suchen, wo sich Flüchtlinge besser integrieren können.
Silke Ottow von der BI Waldfrieden hält von der Idee gar nichts: „Das ist nicht einfach eine Wiese. Sie hat für die Menschen in der Region eine herausragende Bedeutung – nicht nur als Treffpunkt, sondern auch als Tor zum Regionalpark Rosengarten mit dem Naturschutzgebiet direkt nebenan.“

Kurzinfos zum Bürgervertrag:
Die Bürgerinitiative „Neugraben-Fischbek. Nein zur Politik, Ja zur Hilfe“ hat mit dem Hamburger Senat einen Bürgervertrag geschlossen.
Man einigte sich darauf, dass Am Aschenland II statt 3.000 nur 1.000 Flüchtlinge untergebracht werden sollen. Gemeinsam mit den beiden Unterkünften Am Aschenland I sowie Cuxhavener Straße sollen zukünftig insgesamt 1.650 Flüchtlinge im Stadtteil eine neue Heimat finden. Bis in zwei Jahren sollen nur noch 1.500 Flüchtlinge dauerhaft im gesamten Stadtteil leben.
In Neugraben, Fischbek und Hausbruch sollen keine weiteren Unterkünfte gebaut werden. Die ZEA Geutensweg soll nach und nach abgebaut und bis zum 30. Juni nächsten Jahres geschlossen werden. Am Aschenland I soll fünf, Am Aschenland II zehn Jahre nach Eröffnung schließen.
Weiter will der Senat die offene Kinder- und Jugendarbeitstärken. Dazu sind zusätzlich und dauerhaft ein bis zwei Straßensozialarbeiter sowie Honorar- und Projektmittel für Jugendarbeit im Stadtteil eingeplant. KI
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Henning Reh aus Neugraben | 23.06.2016 | 08:12  
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