„Wir wollen schwimmen!“

„Ich gehe hier gerne schwimmen“, sagt Nele. Die Achtjährige demonstrierte gemeinsam mit ihren Klassenkameraden aus der 3a der Ganztagsgrundschule Am Johannisland für ihr Freibad.

Rund 500 Menschen demonstrieren für Erhalt des Freibads Neugraben – Bezirksamt sucht weiter neuen Betreiber, Saison 2013 soll jedoch gesichert sein

Mit bunten Transparenten bewaffnet zogen kürzlich rund 500 Menschen quer durch Neuwiedenthal, um für ihr Nachbarschaftsbad zu demonstrieren. „Freibad soll nicht schließen“ und „Wir wollen schwimmen!“ forderte die überwiegend aus Kita-Kindern und Grundschülern bestehende Gruppe lautstark. Ihre selbst gemalten Transparente sprachen ebenfalls eine deutliche Sprache: „Kinder müssen Schwimmen lernen!“, „Nicht schließen, sonst sind wir traurig“ und „Ohne das Freibad haben wir keinen Spaß“ stand auf den Plakaten der Mädchen und Jungen.
Vier Schulen und fünf Kitas aus Neugraben und Neuwiedenthal waren Mario Bugenhagens Aufruf gefolgt, gemeinsam auf die Straße zu gehen. Seit Jahren setzt sich der 26-jährige Gründer der Initiative „Rettet das Freibad“ für das Bad ein. „Wir fordern eine Dauerfinanzierung. Die wird uns jedes Jahr versprochen und nie eingehalten“, sagt der Neuwiedenthaler. Es sei wichtig, die Einrichtung endlich auf sichere Beine zu stellen. Bugenhagen: „Wir sind ein schwacher Stadtteil mit vielen Hartz-IV-Empfängern. Aber das Freibad kann sich jeder leisten!“
Für die langfristige Finanzierung setzt sich seit 20 Jahren auch der Förderverein „Unser Freibad Neugraben“ ein. Holger Böhm, SPD-Mitglied und Vorstand des Vereins, sieht die Demo jedoch kritisch. „Ich hätte es glück-licher gefunden, zu warten, bis die Verwaltung eine Lösung gefunden hat. Dann hätte man immer noch demonstrieren können. So ist das Pulver bereits verschossen“, sagt Böhm. Für die Saison 2013 vertraut er auf das Wort des Bezirksamtsleiters und SPD-Parteikollegen Thomas Völsch. Dieser habe versichert, das Freibad werde auf jeden Fall öffnen.
Woher die dafür benötigten 150.000 Euro kommen sollen, bleibt jedoch unklar. Auch auf die Frage, wer das kleine Freibad nach dem Absprung des bisherigen Betreibers „Passage“ führen soll, bleibt Bezirksamtssprecherin Beatrice Göhring eine Antwort schuldig. Nur so viel: „Zurzeit führen wir Gespräche mit Bäderland und Passage.“ Nach Wochenblatt-Informationen haben auch die Elbe Werkstätten Interesse gezeigt. Doch auch für das Unternehmen, das hamburgweit rund 800 Menschen mit Behinderungen einen Arbeitsplatz bietet, gilt die Devise: Ohne stabile öffentliche Förderung kein Interesse!
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.