„Wir Moorburger sind kleine Gallier!“

Die Moorburger haben ihr Lebensgefühl an einer Wand der Alten Schule festgehalten: Sie kämpfen wie Asterix und Obelix um das Wohlergehen ihres Dorfes.

Mit Schildern protestieren die Bewohner des Elbdorfes gegen die zunehmende Belastung Moorburgs

Moorburg - Baum für Baum für Baum: weiße Schilder, ein schwarz aufgedruckter Turm und einige Gebäude samt einer Mauer. Mehr ist auf den zahlreichen Schildern an den Bäumen entlang der Waltershofer Straße nicht zu sehen. Was hat es mit den Schildern auf sich? Werben sie für ein neues Produkt? Die Moorburgerin Heike Herder gibt Auskunft.

Was bedeuten die Schilder?
Heike Herder, Arbeitskreis Infrastruktur Moorburg: Das Motiv ist die Festung Moorburg. Sie diente zur Verteidigung des Ortes. Wo sie früher stand, ist heute das Kraftwerk. Die Straße heißt übrigens immer noch Moorburger Schanze. Wer sich einmal das Modell der Moorburg ansehen möchte, kann es im Moorburger Kirchdeich sehen.

Warum steht nichts auf den Schildern drauf?
Das haben wir bewusst so gemacht. Die vorbeifahrenden Leute sollen neugierig gemacht werden. Man fragt sich automatisch: Da hängt ein Schild, aber es steht nichts drauf. Warum? Die Leute machen sich mehr Gedanken, als wenn wir einen Slogan dick draufgeschrieben hätten. Im Gespräch lässt sich gut erklären, was der Hintergrund der Plakate ist.

Was ist denn der Sinn der Plakate?
Stiller Protest! Alles, was im Hamburger Norden nicht gern gesehen ist, das schickt man nach Moorburg. Wir haben schon das Kraftwerk, den Schlickhügel, die A 26 soll kommen – und Moorburg ist sowieso Hafenerweiterungsgebiet. Und jetzt noch die ehemaligen Sicherheitsverwahrten. Man kann mit Moorburg nicht alles machen! 

Wie fühlen Sie sich?
Ich sehe uns Moorburger als kleine Gallier, wie im Comic „Asterix und Obelix“. Moorburg ist der älteste Hamburger Stadtteil, einer der kleinsten und wir müssen uns seit Urzeiten zur Wehr setzen gegen alles, was das nördliche Hamburg bei uns ablädt.

Wann wurden die Schilder angebracht?
Im Oktober 2012. Es gibt auch Aufkleber für Autos und große Banner für die Häuser.

Wer hat alles bezahlt?
Ein Moorburger Sponsor. Leider sitzen wir noch auf einem Teil der Kosten und brauchen dringend Spenden.
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1 Kommentar
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Rainer Böhrnsen aus Moorburg | 19.06.2014 | 22:46  
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