„Wir laufen nicht um den Baum ‘rum und stricken!“

Die elfjährige Aaliyah ist das jüngste Mitglied in der Strick-Graffiti-Gruppe.

Strick-Graffiti-Gruppe macht mit ihren Sachen Neugraben bunter

Neugraben - Der Baum vor dem FalkHus sieht recht ungewöhnlich aus: Er ist bunt umstrickt. Er ist die lebende Visitenkarte für die Strick-Graffiti-Gruppe, die sich dahinter im Stadtteiltreff Falk-Hus jeweils dienstags trifft. Seit gut drei Jahren sitzen in den gemütlichen Räumen unterhalb der Falkenberghalle Frauen jeglichen Alters zusammen, häkeln, stricken oder klönen miteinander. Und sie engagieren sich für den Stadtteil. Mit ihren Kunstwerken machen sie Neugraben ein wenig bunter. Ihr derzeitiges Projekt: die farbenfrohe Ummantelungen der Betonkübel in der Bahnhofstraße.

Wer darf mitmachen?
Tanja Jaffal. „Jeder, der Lust hat. Natürlich auch Männer. Leider macht noch keiner mit. Wir treffen und hier im FalkHus jeden Dienstag von 15 bis 18 Uhr, außer feiertags und in den Ferien.“

Warum wird gestrickt und gehäkelt?
Jaffal: „Unser erstes Projekt war das Fahrrad hier im Steg-Büro. Neugraben ist ein Entwicklungsgebiet. Die Leute lechzen danach, dass was im Ort sichtbar wird, sich verändert. Mit unseren Strick-Projekten möchten wir den Stadtteil aufpeppen, bunter machen. Natürlich haben wir uns mit dem örtlichen Förderverein und der Stadtentwicklungsgesellschaft abgesprochen.“

Was wurde schon gestrickt/ gehäkelt?
Margrit Goretzky: „Wir haben schon Lampenschirme, Torten, Duffy Duck, Frösche und Mützen gehäkelt und in Schaufenstern von Neugrabener Geschäften ausgestellt. Die Leute schauten rein und sahen mal was ganz anderes. Außerdem haben wir über 100 Mützen für Flüchtlinge gemacht, die wir an die Zentrale Erstaufnahmestelle hier in Hamburg schickten.“

Wie kommen die Projekte an?
Jaffal: „Die Leute sind erst mal verwundert. Wenn man ihnen erklärt, warum wir das machen, stehen sie dem Projekt gleich viel positiver gegenüber. Viele sagen dann: Macht mal weiter so! Außerdem wurde noch nie etwas zerstört.“ 

Wie funktioniert das Stricken? 
Martina Hahn: „Wir laufen nicht um den Baum rum und stricken. Das geht anders. Wir häkeln und stricken Stücke in der passenden Länge und Breite, die wir dann am Baum zusammenhäkeln. Oder wir ziehen bei den Betonkübeln zu zweit die fertige Ummantelung drüber. Dazu haben wir schon eine ganz spezielle Technik entwickelt, damit es schnell geht.“

Jetzt plant die Strick-Graffiti-Gruppe, bei einem Tag der offenen Tür auszustellen. „Wir haben uns schon gegen eine Spende von Dingen trennen können“, schmunzelt Jaffal.

Tag der offenen Tür
So, 25. Mai, 11-15 Uhr
FalkHus, Heidrand 5

Sagen Sie uns Ihre Meinung!
Die Strick-Graffiti-Frauen sind prima! Die Betonwüste in Neugraben wird endlich bunt. Ist das Ihre Meinung? Oder halten Sie die Idee, Bäume oder Betonkübel zu umhäkeln oder zu umstricken, für total daneben? 
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Wochenblatt-Redaktion, Stichwort „Stricken“
Harburger Rathausstraße 40, 21073 Hamburg
Fax 040/85 32 29 39
E-Mail: post@wochenblatt-redaktion.de, Betreff: Stricken
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