„Wir kriegen seit November kein Geld!“

Uwe Z. ist verzweifelt: „Ich habe unseren Antrag auf Hartz IV beim Neugrabener Jobcenter abgegeben. Doch es passierte nichts. Seit drei Monaten sind wir ohne Geld.“

Sandbeker Ehepaar ist völlig verzweifelt - Jobcenter Harburg prüft seit drei Monaten Hartz IV-Antrag

Sandbek - Die Nerven liegen bei Uwe Z.(Name von der Redaktion geändert) blank: „Ich habe unseren Antrag auf Hartz IV beim Neugrabener Jobcenter abgegeben. Doch es passierte nichts. Seit drei Monaten sind wir ohne Geld.“ Tränen kullern seiner Frau Anke B. (Name von der Redaktion geändert) über´s Gesicht, als sie mit erstickter Stimme sagt: „Wir haben kein Geld für die Miete.“
Alles begann mit dem Herzinfarkt von Uwe Z. vor gut drei Jahren. Zwei Operationen folgten. Der gelernte Bürokaufmann konnte seinen Job nicht mehr ausüben. „Dann rutschten wir im Mai letzten Jahres in Hartz IV.“
Während der erste Antrag anstandslos bewilligt wurde,
schickte man den Folgeantrag von Neugraben nach Harburg. „Mein Mann soll angeblich selbstständig sein“, sagt seine Frau empört. „Doch ich bin die Selbstständige.“ Ihr Mann ergänzt: „Ich wurde dazu durch einen Fehleintrag der Behörde gemacht. Ich bin Angestellter in einem ruhenden Arbeitsverhältnis.“
Für Heike Böttger, Sprecherin für die Hamburger Jobcenter, ist das Vorgehen der Behörde korrekt: „Das Ehepaar wird im Selbstständigen-Sachgebiet betreut, weil einer der beiden Lebenspartner in der sogenannten Bedarfsgemeinschaft selbstständig ist.“
Uwe Z. blieb nicht untätig: Er korrigierte die seiner Meinung nach falschen Angaben, gab den Antrag ab, reichte alle nur greifbaren Unterlagen ein, ging mehrmals zu seinem Sachbearbeiter ­– doch es kam kein Geld. „Wir haben uns
über´s Jobcenter Geld geliehen um Strom zu zahlen und leben zu können“, sagt Anke B.
Für Heike Böttger stellt sich die Lage anders dar: „Die Bedarfsgemeinschaft erhielt bis einschließlich November 2013 laufende Leistungen. Für Dezember wurden zwei Barzahlungen veranlasst und der Stromrückstand angewiesen. Offen sind Leistungen ab Januar 2014.“
Vergangenen Montag sollte sich das Ehepaar die 1.000 Euro Abschlag holen. „An der Anmeldung hat man uns erst nicht zu unserem Sachbearbeiter durchgelassen“, so Anke B. Doch dann klappte es mit der Auszahlung. Trotzdem ist Anke B. ist verzweifelt: „Alle Kosten laufen weiter. Das ist eine Mühle ohne Ende. Da kommen wir gar nicht raus.“ Jetzt geht sie zum Sozialgericht.


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Das Ehepaar hätte viel schneller Geld bekommen müssen. Schließlich braucht das Ehepaar etwas, wovon es leben kann. Ist das Ihre Meinung? Oder halten Sie es für richtig, dass das Jobcenter erst alle Unterlagen ausführlich prüft, bevor Hartz IV ausgezahlt wird?
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Wochenblatt-Redaktion, Stichwort „Hartz IV“
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