Willkommen in Fischbek!

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Nicht gerade feudal, aber wenigstens regenfest. 290 Flüchtlinge kommen seit Freitagnachmittag bereits auf dem Gelände des ehemaligen Baumarktes in Containern oder im Gebäude unter. Insgesamt sollen 740 Schutzsuchende im Obi-Gebäude und in Containern während der kalten Jahreszeiten ein festes Dach über dem Kopf finden. (Foto: gre)

Geutensweg: Die ersten 290 Flüchtlinge sind eingetroffen – große Hilfsbereitschaft der Anwohner

Fischbek - Sie waren völlig fertig, hungrig und erschöpft: die 290 Flüchtlinge, die am Freitagnachmittag am Geutensweg eintrafen. Unter ihnen auch vier Neugeborene. Die Stadt hatte das ehemalige Obi-Gelände kurzfristig gekauft, um dort bis zu 740 Schutzsuchende unterzubringen. Doch wie versorgt man kurzfristig knapp 300 Leute?
„Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) legte einfach los – und unsere Initiative `Willkommen in Fischbek´ auch“, erinnert sich Pastor Gerhard Janke von der nahen Cornelius-Kirche. Gemeinsam mit dem DRK bauten Freiwillige Betten auf, wischten die Halle, besorgten Mineralwasser im Supermarkt, spielten mit den Kindern Ball und sorgten mit dem ein oder anderen Blumenstrauß für ein herzliches Willkommen.
Freiwillige spendeten Kleidung, sortierten sie, brachten Spielsachen für die Kinder vorbei und verteilten die Sachen am Sonntag.
Auch Außergewöhnliches wurde dringend gebraucht: Gürtel und Koffer. „Nicht jede Hose passt, und die verteilten Sachen müssen ja auch irgendwie verwahrt werden. Schränke gibt es in dieser provisorischen Unterbringung ja nicht“, erklärt Pastor Janke.

Anwohner sorgen sich um den Wert ihrer Häuser

Doch eine freiwillige Helferin machte am Freitagnachmittag schlechte Erfahrungen. „Es gab keine Betten für die Neugeborenen und kaum Windeln. Zu wenig für ein ganzes Wochenende“, meinte sie. Also organisierte sie telefonisch Spenden. „Der zuständige DRK-Einsatzleiter lehnte ab. Ich bin fassungslos“, so Erdmann.
Harald Krüger vom DRK Kreisverband Hamburg-Harburg klärt auf: „Wir kamen ziemlich schnell an das Ende unserer Lagerkapazitäten. Mit Windeln in allen Größen sind wir supertoll versorgt. So kann es durchaus vorgekommen sein, dass Spenden abgelehnt werden mussten. Wir hatten schlichtweg keinen Platz mehr.“
Einige Anwohner des Neubaugebietes Vogelkamp sind besorgt angesichts von 3.000 Flüchtlingen, die zukünftig Am Aschenland untergebracht werden sollen. Wie können so viele Menschen integriert werden? Anwohner des Neubaugebietes Vogelkamp haben einen Offenen Brief an Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz geschrieben. Sie haben Angst um ihre Sicherheit und den Wert ihrer Häuser.
„Wird durch einen `Stadtteil im Stadtteil´ nicht der Wohnwert der bestehenden Immobilien rapide sinken?“, wollen sie unter anderem vom Bürgermeister wissen.
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