Wie konnte das passieren?

Die Leiche der zweijährigen Aeysha wird abtransportiert. Foto:güler

Mord am Wiedauweg: Familie wurde vom Jugendamt
betreut - Bezirksamtsleiter schaltet Fachaufsicht ein

Karin Istel, Neuwiedenthal

Der Mord erschütterte ganz Hamburg: Der zweijährigen Aeysha wurde die Kehle durchgeschnitten, wahrscheinlich von ihrem Vater. Der mutmaßliche Täter wurde gut eine Woche später in Spanien gefasst. Die Familie wurde vom Harburger Jugendamt betreut. Lief dabei alles richtig? Die Fachaufsicht der Jugendhilfe in der Sozialbehörde soll den Fall aufarbeiten. Rückblick:  Nach einem Streit nahm Ludna A. ihren sechsjährigen Sohn und ging zur Polizei, um sich Hilfe zu holen. Ihre zweijährige Tochter Aeysha ließ sie in der Obhut ihre Mannes Sohail A. zurück.
Als die Frau mit der Polizei in die Wohnung am Wiedauring zurückkehrte, um den Mann aus der Wohnung zu schicken, fanden die Polizisten die Tochter tot vor. Vermutlich hat der Vater die Tat begangen, denn er flüchtete. Nach gut einer Woche konnte er in Spanien geschnappt werden.
Gewalt, das war für Sohail A. kein Fremdwort: Er gilt als hochaggressiv. Es kam in Familie A. häufiger zu handgreiflichen Auseinandersetzungen. Deshalb betreute das Jugendamt die Familie schon seit längerem. Doch die Kinder blieben in der Familie.
Noch im Juni bescheinigt das Amt, dass Vater und Tochter eine intensive Beziehung hätten. Trotz der beiden laufenden Ermittlungsverfahren gegen Sohail A. wegen Körperverletzung des Stiefsohnes und Bedrohung des Schwagers, geht das Jugendamt dennoch davon aus, dass mit einer Zuspitzung der Gewaltsituation nicht zu rechnen sei.
Jetzt soll geklärt werden, wie es zu der Bluttat kommen konnte, obwohl die Familie vom Jugendamt betreut wurde. „Wir haben unser eigenes Handeln kritisch hinterfragt und wollen dies in einem zweiten Schritt zusammen mit der Jugendhilfeinspektion tun“, sagt Thomas Völsch, Leiter des Bezirksamtes Harburg.
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