Wie gewonnen, so zerronnen

Autor Dierk Koch und Siegrid Christ ärgern sich über die Veranstalterin des Literaturwettbewerbs Neu Wulmstorf.

Literaturwettbewerb Neu Wulmstorf: Teilnehmer Dierk Koch ist sauer auf die Organisatorin

Dierk Koch ist stinksauer. Wochenlang dachte der Rentner aus Neuwiedenthal, er hätte beim Literaturwettbewerb Neu Wulmstorf gewonnen. Doch bei der Preisverleihung platzte der Traum: Koch gehörte nicht zu den Preisträgern.
Was ist passiert? Im Sommer las der 70-Jährige zufällig, dass die Neu Wulmstorfer Schreibwerkstatt gemeinsam mit dem Mehrgenerationenhaus Courage einen Literaturwettbewerb ausrichtet. Der Autor zweier Bücher zögerte nicht lange und verfasste eine Kurzgeschichte zum gewünschten Thema Weihnachten. Vor ein paar Wochen bekam er eine an ihn persönlich gerichtete Einladung zur Preisverleihung von Angela Forster, der Leiterin der Schreibwerkstatt. Dieser Satz versetzte ihn in Hochstimmung: „Ob Sie den dritten, ob Sie den zweiten, oder ob Sie sogar den ersten Platz erreicht haben, erfahren sie auf der Preisverleihung.“ „Ich hab mich sehr gefreut und war total aufgeregt“, sagt der Hobby-Schriftsteller.
Koch fieberte dem Tag der Preisverleihung am 6. Dezember entgegen. Da alle Preisträger ihre Geschichte vorlesen sollten, bereitete er sich darauf vor. Vor Ort kam die Ernüchterung: „Ich stand gar nicht auf der Leseliste“, sagt Koch. Auch seine Begleitung Siegrid Christ war irritiert. „Ich dachte wir sind am falschen Ort.“
Ungeduldig und mit wachsendem Ärger lauschte Koch den Geschichten der anderen. In der Pause suchte er die Veranstalterin und stellte sie zur Rede. „Frau Forster gab nur Ausflüchte und wimmelte mich einfach ab“, sagt der 70-Jährige wütend. Auch Juror Günter Heise hatte keine Erklärung für das Missverständnis parat. „Er sagte nur, ich solle mir das nicht zu Herzen nehmen. So geht das doch nicht“, sagt Koch. „Ich hab Freunden und Bekannten erzählt, dass ich einen Preis gewinne. Wie stehe ich denn jetzt da?“ Er erhebt Vorwürfe gegen die Veranstalterin. „Wenn alle Autoren so einen Brief bekommen haben, wollte Frau Forster nur den Saal füllen. Das ist doch Betrug!“, sagt er.
Angela Forster weigert sich, Stellung zu den Vorwürfen zu nehmen. Am Telefon wimmelt sie das Wochenblatt ab. Auf eine schriftliche Anfrage reagiert die Neugrabenerin überhaupt nicht.
Auch Constanze Hock-Warmuth, Leiterin des Courage, kann kein Licht ins Dunkel bringen. Zwar ist das Courage Mitveranstalter, doch mit den Preisträgern hätte man nichts zu tun gehabt. „Wir stellen nur die Räume für die Schreibwerkstatt zur Verfügung“, sagt Hock-Warmuth.
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2 Kommentare
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Anna Sosnowski aus Wilhelmsburg | 21.12.2012 | 10:14  
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Klara Flemming aus Harburg | 01.01.2013 | 14:57  
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